Trainerlegende Trapattoni ist 80

Der Italiener ist einer der populärsten und zugleich erfolgreichsten Trainer der Welt und längst ein Stück Fußballgeschichte. 21 nationale und internationale Titel holte „Trap“, nachdem er bereits als Spieler sieben Triumphe gefeiert hatte.

Juventus Turin führte er zu sechs italienischen Meisterschaften (1977, 1978, 1981, 1982, 1984, 1985), schlug danach auch mit Inter Mailand (1989), Bayern München (1997), Benfica Lissabon (2005) und Salzburg zu. Im Herbst seiner Trainerlaufbahn betreute er von 2008 bis 2013 Irland, das er 2012 zur EM in Polen und der Ukraine führte.

Legendäre Pressekonferenz

Im deutschen Sprachraum erlangte er spätestens im März 1998 höchste Popularität, als er die Berufsauffassung einiger Bayern-Spieler wortstark geißelte. „Ehrlich gesagt, hätte ich mir nie vorstellen können, dass so eine Pressekonferenz auch noch nach 20 Jahren so populär ist“, sagte Trapattoni im Rückblick. „Eine Erklärung könnte der tragikomische und unerwartete Aspekt der Pressekonferenz sein. Niemand hat jemals eine solche Reaktion eines Trainers der Bayern erwartet.“

Meisterfeier auf dem Residenzplatz mit Thomas Winklhofer, Trainer Giovanni Trapattoni und Heinz Arzberger (RBS)

GEPA/Christian Ort

Trapattoni durfte sich im Mai 2007 auch in Österreich als Meistertrainer feiern lassen

„Das größte Hindernis war die Sprache“

Seine Worte, Gesten und Grimassen erheiterten zwar die Beobachter, allerdings nicht immer die Spieler, die sich oft nicht auskannten, was der „Maestro“ im Sinn hatte. Wenn Trapattoni „verständlich“ sprechen wollte, dann sagte er es auf Italienisch und mit Hilfe eines Dolmetschers – in seiner Salzburger Zeit ein stets adrett gekleideter Herr namens Gianni Giulietti.

„Das größte Hindernis war sicher die Sprache“, sagte Trapattoni nun im Hinblick auf seine Zeit bei den Bayern. „Ein wahrlich knallharter Gegner, den ich unterschätzt hatte. Ohne die richtigen Ausdrücke habe ich es nicht geschafft, so wie ich wollte, mit der Mannschaft zu kommunizieren. Und das hat viele Probleme mit sich gebracht.“

„Was verstehen Sie von Training?“

Probleme, die auch in Österreich offensichtlich wurden. „Ich verstehe Kritik über Ergebnis. Ich kann nicht akzeptieren die Kritiken über Profi, unsere Arbeit“, leitete Trapattoni 2008 nach der Halbfinal-Niederlage der Salzburger im Cup gegen Mattersburg einen gut zehnminütigen, teilweise unverständlichen Monolog an die Pressevertreter ein. Deren Kritik an der Trainingsarbeit hielt er für verfehlt: „Unser Training ist stark, ist modern. Was verstehen Sie von Training?“

Von Trapattonis Salzburger Zeit bleibt aber nicht nur jenes skurrile Bild- und Tondokument, sondern auch der erste Meistertitel der Red-Bull-Ära 2007. Schon ein Jahr später verließ der Verfechter eines defensiven Spielstils aber nach zwei Saisonen die „Bullen“ Richtung Irland.

Immer Fußball im Kopf

Seine Gedanken seien stets um Fußball gekreist, sagte Trapattoni. „Ich war immer unterwegs, und auch wenn ich zu Hause war, habe ich immer an Fußball gedacht. Jetzt versuche ich dagegen, diese Zeit zurückzugewinnen“, sagte Trapattoni, der mit Hilfe seines Enkels einen Instagram-Account betreibt. „Ich muss sagen, es macht mir Spaß, mit meinem Enkel Sachen zu posten“, sagte er. Zukunftsprojekte könne er mit 80 freilich nicht mehr viele machen. „Sagen wir es so, ich fühle mich, als hätte ich die 90 Minuten meines Spiels beendet. Von jetzt an beginnt das Golden Goal.“