Plünderungen und BrändeNeue Proteste der "Gelbwesten" in Paris arten in massive Gewalt aus

Explosive Stimmung in Paris
Explosive Stimmung in Paris © (c) AP (Christophe Ena)

Der Protest der “Gelbwesten”-Bewegung in Paris ist in massive Gewalt ausgeartet. Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées wurden Boutiquen geplündert und in Brand gesteckt. Randalierer zündeten zudem eine Bankfiliale an, beim Brand des darüber liegenden Wohnhauses wurden elf Menschen verletzt. Innenminister Christophe Castaner bezeichnete die Randalierer als “Mörder”.

Die Polizei nahm bis zum Nachmittag 129 Menschen fest. Landesweit protestierten nach Angaben des Innenministeriums rund 14.500 “Gelbwesten”. Diese Zahl lag deutlich unter jener der Vorwochen. Allerdings nahm die Gewaltbereitschaft zu – es war der gewalttätigste “Gelbwesten”-Protest seit Dezember.

5000 Polizisten waren in Paris im Einsatz, sie setzten Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Mehrere Zeitungskioske brannten aus, vermummte und schwarz gekleidete Teilnehmer der Proteste warfen Steine auf Polizisten und bauten Barrikaden.

Auf den Champs-Élysées wurden unter anderem an einem Geschäft der Modekette Boss und am Promi-Restaurant Fouquet’s Scheiben eingeschlagen. Auch Geschäfte von Zara und Lacoste wurden geplündert, Ladenlokale von Lacoste und Nespresso angegriffen.

Geschäfte zerstört

Randalierer drangen zudem in den Fanshop des Fußballvereins Paris Saint-Germain ein. Von dort schossen sie Fußbälle in die Menschenmenge, die sich vor dem Geschäft versammelt hatte. Ähnliche Szenen spielten sich kurz darauf vor der Filiale des österreichischen Schmuckherstellers Swarovski ab. Begleitet wurden die Ausschreitungen von Sprechchören, die sich gegen den Kapitalismus und gegen die Polizei richteten.

Die Demonstranten setzten außerdem eine Bankfiliale im Erdgeschoß eines Wohngebäudes in Brand. Eine Frau und ihr Baby waren im zweiten Stock von den Flammen eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Elf Menschen wurden bei dem Brand verletzt, unter ihnen zwei Feuerwehrleute.

“Sehen Sie nur, was hätte passieren können”, sagte ein sichtlich unter Schock stehender Bewohner des Gebäudes der Nachrichtenagentur AFP. “Sie hätten töten können.”

Unterstützer aus dem Ausland

Innenminister Castaner warf den Brandstiftern vor, sie seien weder Demonstranten noch Randalierer, sondern Mörder. Castaner sagte weiter, einige Teilnehmer seien offensichtlich “nur angereist, um Sachen zu zerstören”. In sozialen Netzwerken hatten die Organisatoren des Protestes zuvor angedeutet, es würden Unterstützer aus Italien, Belgien, den Niederlanden und sogar aus Polen erwartet.

“Wir waren zu nett, darum die Gewalt heute”, kommentierte ein Demonstrant die Vorfälle. Jean-François Bernard, von Beruf Landschaftsgärtner, sagte AFP, er befürworte die Gewalt zwar nicht. “Aber wir werden von korrupten Menschen regiert, und die nehmen sich dann heraus, uns zu belehren”, sagte Bernard.

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe verurteilte die Ausschreitungen als inakzeptabel: “Wer solche Taten verteidigt oder ermutigt, macht sich zum Komplizen.”

1500 extrem gewaltbereite Demonstranten

Der Innenminister sprach von 1.500 “extrem gewaltbereiten” Teilnehmern unter den Demonstranten in Paris. Landesweit gingen nach Angaben des Ministeriums bis zum frühen Nachmittag 14.500 “Gelbwesten” auf die Straße – mehr als doppelt so viele wie zur gleichen Zeit eine Woche zuvor. In Paris waren es demnach 10.000 Demonstranten.

Die Teilnehmerzahlen waren zuletzt deutlich gesunken. Vor einer Woche gingen in ganz Frankreich nur noch 28.000 Menschen auf die Straße – ein deutlicher Kontrast zu den fast 300.000 Menschen beim ersten Protestmarsch im November.

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Bei neuen Protesten der französischen “Gelbwesten”-Bewegung haben sich Demonstranten und Polizei in Paris Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei ging am Samstag mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor. Ein Mannschaftswagen der Polizei wurde angegriffen, Demonstranten errichteten Barrikaden. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 20 Menschen festgenommen.

(c) APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT

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Die “Gelbwesten” hatten für Samstag zu einem Marsch auf Paris aufgerufen, mit dem sie neue Stärke demonstrieren wollen. Die Regierung versetzte die Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft. Zuletzt waren die Teilnehmerzahlen bei den seit vier Monaten regelmäßig stattfindenden Protesten stark zurückgegangen.

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Am Freitag endete offiziell der Bürgerdialog, den Präsident Emmanuel Macron als Antwort auf die Proteste ins Leben gerufen hatte. Erste Ergebnisse will der Staatschef im April präsentieren. Die Demonstranten fordern Steuersenkungen und mehr soziale Gerechtigkeit.

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Ein Wohnhaus ist in Paris bei Protesten der “Gelbwesten” in Flammen aufgegangen – eine Mutter und ihr Baby wurden gerettet. Das Feuer wurde nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner vorsätzlich gelegt. Es brach in einer Bank im Erdgeschoß des Hauses in der Nähe der Prachtmeile Champs-Élysées aus und breitete sich dann aus, wie der Sender France 3 berichtete.

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Die Mutter und ihr Kind befanden sich den Angaben zufolge im zweiten Stock und wurden von Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht. “Die Personen, die diese Tat begangen haben, sind weder Demonstranten noch Randalierer, sie sind Mörder”, erklärte Castaner via Twitter.

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Bei den Protesten der “Gelbwesten” ist es am Samstag wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen in Frankreichs Hauptstadt gekommen. Auf den Champs-Élysées wurden Läden geplündert, Schaufenster zerschlagen und Autos angezündet.

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Am Vormittag hatte Castaner erklärt, dass sich professionelle Randalierer unter die Demonstranten gemischt hätten. In den vergangenen Woche hatte die Zahl der Demonstranten bei den Protesten gegen die Reformpolitik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron immer weiter abgenommen.

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Eine Frau und ihr Baby waren im zweiten Stock von den Flammen eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Elf Menschen wurden bei dem Brand verletzt, unter ihnen zwei Feuerwehrleute. “Sehen Sie nur, was hätte passieren können”, sagte ein sichtlich unter Schock stehender Bewohner des Gebäudes der Nachrichtenagentur AFP. “Sie hätten töten können.”

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In einer Zwischenbilanz am frühen Nachmittag sprach die Polizei von 82 Festnahmen. Castaner sagte weiter, einige Teilnehmer seien offensichtlich “nur angereist, um Sachen zu zerstören”. In sozialen Netzwerken hatten die Organisatoren des Protestes zuvor angedeutet, es würden Unterstützer aus Italien, Belgien, den Niederlanden und sogar aus Polen erwartet.

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Der Innenminister sprach von 1500 “extrem gewaltbereiten” Teilnehmern unter den Demonstranten in Paris. Landesweit gingen nach Angaben des Ministeriums 14.500 “Gelbwesten” auf die Straße – mehr als doppelt so viele wie zur gleichen Zeit eine Woche zuvor. In Paris waren es demnach 10.000 Demonstranten.

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Die Teilnehmerzahlen waren zuletzt deutlich gesunken. Vor einer Woche gingen in ganz Frankreich nur noch 28.000 Menschen auf die Straße – ein deutlicher Kontrast zu den fast 300.000 Menschen beim ersten Protestmarsch im November.

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Die Demonstranten gehen seit dem 17. November auf die Straßen. Zum Höhepunkt der Kundgebungen im vergangenen Jahr hatten daran mehr als 300.000 Menschen teilgenommen. Die teils gewaltsamen Proteste der Gelbwesten hatten sich an Regierungsplänen zu Benzinpreiserhöhungen entzündet.

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Sie wuchsen zu Massenprotesten gegen Präsident  Macron aus, dem seine Gegner vorwerfen, ein Präsident der Reichen zu sein. Zuletzt nahm der Zulauf zu den Kundgebungen ab. Die Gelbwesten hatten angekündigt, diesen Samstag in größerer Zahl zu demonstrieren, um den Protesten neuen Schwung zu geben. Die Protestierer werden als Gelbwesten bezeichnet, weil sie bei ihren Kundgebungen die Kfz-Warnwesten tragen.

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Parallel zu den Demonstrationen endeten die Diskussionsrunden, zu denen Präsident Emmanuel Macron die Bürger unter dem Eindruck der Proteste aufgerufen hatte. In den vergangenen zwei Monaten waren rund 500.000 Menschen zu den landesweiten Gesprächen gekommen. Die “Gelbwesten” hatten die Veranstaltungsreihe als Ablenkungsmanöver abgelehnt.

Zuletzt hatte es am Rande der “Gelbwesten”-Proteste nicht nur Gewalt, sondern auch antisemitische Äußerungen gegeben. Bei einer Demonstration in Paris hatte ein Teilnehmer den Philosophen Alain Finkielkraut als “dreckigen Zionisten” und “große Scheiße” beschimpft. Daraufhin protestierten Tausende von Franzosen gegen Antisemitismus.