Plantschen, knabbern, spielen: Berliner Eisbärenbaby entzückt die Tierpark-Besucher

Berlin –

„Oh, wie süß! Guck doch mal!“ Das Eisbärchen vom Tierpark entzückt die Besucher bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor Publikum. Der dreieinhalb Monate alte Knirps gibt sich auch alle Mühe, für die Berliner und Brandenburger so bärenbabyputzig wie möglich zu sein, sind die Zuschauer-Stufen rund ums Freigelände doch gut gefüllt.

Ein steter Strom von Menschen, wenn auch keine Massen, strebt vom Eingang Bärenschaufenster zum Eisbärenquartier.

Tierpark Berlin: Eisbärenbaby kraxelt auf Felsen und plantscht

„Toll, die Kleine, sie will immer spielen“, befindet Henry (6), der bei Großvater Andreas Dorn (55) aus Rehfelde bei Strausberg auf dem Schoß sitzt und dem Treiben des namenlosen Bärchens und seiner Mutter Tonja gebannt zusieht. Meistens in der Nähe von Tonja, kraxelt Bärchen Felsen hoch und runter, plantscht am Rand des Wassergrabens, knautscht auf einem Ast herum. Nach Spaziergängen auf der Freifläche sieht es zusehends weniger weiß, eher grau aus.

Wasserratte John (3) verkündet auf dem Arm von seiner Tante Monique aus Köpenick, dass er eine Taucherbrille hat: „Können Eisbären auch tauchen?“ Na klar – deshalb ist da ja der Wassergraben.

„Niedlich“. Theodor (6) ist mit Brüderchen Alfred (2), der Mutter und den Großeltern gekommen. „Ich war schon vier Mal im Tierpark!“ Und mindestens für den Moment sind seine eigentlichen Lieblingstiere, Puma und Komodo-Waren, vergessen. Diana Nitzschwitz (36) aus Pankow, die Mutter der munteren Knaben, gönnt dem Tierpark-Chef Andreas Knieriem den Zuchterfolg: „Er macht das gut, der Tierpark ist offener geworden, wir dürfen ein Laufrad mitnehmen, die Gastronomie und der Spielplatz sind besser geworden.“

Ihre Eltern, Regina Stahlberg (57) und Rüdiger Geipel (71) sind über den Eisbären-Nachwuchs erfreut: „Es hat ja ein paar Mal nicht geklappt.“ Sie haben aber eine Hoffnung: „Dass es nicht so ein Zirkus wird wie bei Knut im Zoo.“ 

Die mütterlichen Mühen von Eisbärin Tonja

Tierpflegern Barbara Lächert (56) erzählt dem Publikum über Lautsprecher von Tonjas mütterlichen Mühen: Als die Bären-Mama vor vier Monaten in der Wurfhöhle verschwand, wog sie 400 Kilogramm. Und weil sie erst jetzt wieder frißt, sind es nur noch 200 Kilogramm. Da muss sie von den letzten Reserven noch zusetzen, damit „unsere Prinzessin“ Milch mit 30 Prozent Fettgehalt trinken kann.

Die bekommt Bärchen auch, saugt vernehmlich an den Zitzen. Dafür bittet sie um ein bisschen Ruhe, damit man es hören kann. Ansonsten gilt: „Sie müssen nicht flüstern, die kleine Maus soll sich an Publikum gewöhnen. Barbara Lächert weist darauf hin, dass man das Säugen noch etwa bis zum 2. Geburtstag des Bärchens hören kann – so lange wird gestillt. Aber nicht nur: „Das Kleine frisst jetzt schon gekochte Mohrrüben und knabbert an Fleisch.“ Bären-Baby und Mutter Tonja sind weiter täglich stundenweise draußen zu beobachten. (red)