Lienzer Autoschau: Osttiroler bevorzugen Geländeautos

Von Catharina Oblasser

Lienz – Bei der Lienzer Autoschau, die heuer zum 14. Mal stattfindet, versammelt sich jedes Jahr der Osttiroler Autohandel, um die neuesten Modelle in der Innenstadt zu präsentieren. 14 Händler sind es, die 23 verschiedene Marken vertreten.

Im Vorfeld der Schau gibt die Branche Einblick in die Kfz-Statistik des abgelaufenen Jahres, basierend auf den Verkaufs- und Zulassungszahlen. Anton Thum, Sprecher der Autohändler im Bezirk, berichtet über die Marktlage. „Wir haben im abgelaufenen Jahr ein leichtes Minus gehabt. Mit 1207 Fahrzeugen sind wir unter der Zahl von 2017 mit insgesamt 1300 Fahrzeugen geblieben.“ Der Dieselskandal dürfte auch in Osttirol nicht ohne Folgen geblieben sein. Erstmals wurden mehr benzingetriebene Autos verkauft als Dieselfahrzeuge. 2017 hatte sich noch mehr als die Hälfte der Neuzulassungen auf Dieselautos bezogen, 2018 waren es nur noch 45 Prozent.

Elektroautos sind bis dato nicht zum Renner geworden. Mit 2,5 Prozent Marktanteil bzw. 32 Fahrzeugen im Jahr 2018 liegt der Bezirk weit hinter dem Wunschziel von fünf Prozent zurück.

„43,19 Prozent der im Bezirk zugelassenen Autos sind älter als zehn Jahre, das liegt über dem Bundesschnitt.“
Anton Thum
 (Branchensprecher)
„43,19 Prozent der im Bezirk zugelassenen Autos sind älter als zehn Jahre, das liegt über dem Bundesschnitt.“
Anton Thum
 (Branchensprecher)
– Oblasser

Eine Trendwende gibt es auch bei der Art der Autos: Das SUV (Sport Utility Vehicle), auf Deutsch meist als Geländelimousine bezeichnet, wurde 2018 häufiger nachgefragt als der Wagen mit Schrägheck oder der Kombi. „Das ist neu“, sagt Thum. „Obwohl wir in Osttirol aufgrund des Geländes regelmäßig mehr SUV und Allradfahrzeuge verkaufen, als das sonst am österreichischen Markt der Fall ist.“

Die beliebteste Marke bei den Käufern war 2018 mit Abstand der Volkswagen, gefolgt von Opel und Ford.

Nicht neu ist hingegen die Tatsache, dass viele Osttiroler mit alten Autos unterwegs sind. Auch das belegt der Branchensprecher mit Zahlen aus dem Jahr 2018: „43,19 Prozent der im Bezirk zugelassenen Autos sind älter als zehn Jahre. Das liegt über dem Bundesschnitt.“ Umgekehrt ist das Verhältnis bei Autos, die maximal vier Jahre alt sind: Sie machen in Osttirol weniger als ein Fünftel aus, im Österreich-Schnitt sind es aber 23,88 Prozent.

Es liegt zwar in der Natur der Sache, dass Autohändler die Kunden zu einem Umstieg auf einen Neuwagen bewegen wollen. Doch Anton Thum nennt ganz konkrete Gründe dafür: „Abgesehen von den Abgaswerten, die bei alten Autos viel schlechter sind, bekommen die Besitzer in Europa immer mehr Probleme. In manche deutsche Städte darf man mit so einem Fahrzeug gar nicht mehr hinein.“

Alle genannten Zahlen beziehen sich auf Kfz mit Lienzer Kennzeichen. Doch der Markt für die heimischen Autohändler reicht über Osttirol hinaus – bis nach Ober­kärnten und immer öfter auch nach Südtirol. „Wir haben im Bezirk eine riesige Markenlandschaft, wie es sie bis Bruneck nicht gibt, und wir haben auch die Fachwerkstätten. Das wissen die Südtiroler Kunden zu schätzen.“