Kalou-Doppelpack, aber…: Starke Hertha verpasst den großen BVB-Coup

Berlin –

Herthas Trainer Pal Dardai hatte gestern seinen 43.Geburtstag, dazu noch ein stolzes Jubiläum: 1500 Tage im Amt. Es gab ein tollen Abend mit schnellem Fußball im ausverkauften Olympiastadion. Doch die Party endete im totalen Frust. Hertha verlor kurz vor Schluss 2:3 (2:1) gegen Borussia Dortmund und Vedad Ibisevic rastete aus und sah dafür Rot.

Der Bosnier ging nach seinem Platzverweis die Treppe in die Stadionkatakomben hinunter. Er war noch sichtlich angefressen. Jessy Bork, die stellvertretende Pressesprecherin nahm ihn beiseite und schleuste Ibisevic eine Tür weiter. Ja, nicht noch ein unüberlegtes, böses Wort in der Mixedzone.

Was war passiert? Marko Reus hatte in der 90. Minute das 3:2 für den BVB erzielt. Herthas waren gefrustet, besonders der heißblütige Ibisevic. Nach einem unterbrochenen Angriff warf er in der Nachspielzeit den Ball gegen den Kopf von Dortmunds Torwart Roman Bürki. Danach noch ein Gerangel mit anderen BVB-Profis und dann gab es die Rote Karte von Schiri Tobias Welz.

Mensch, Vedo, musste das sein? Youngster Maxi Mittelstädt versuchte Ibisevic in Schutz zu nehmen: „Wenn mal Fußball gespielt hat, dann weiß man, wie es sich anfühlt, wenn man gut spielt und ganz zum Schluss verliert. Das war einfach nur Frust von Vedad.“

Trainer Pal Dardai kommentierte die Szene neutral: „Man sollte keinen Ball so werfen. Es sah unglücklich aus. Ich weiß nicht, ob er ihn absichtlich getroffen hat. Aber die Szene war nicht spielentscheidend.“

Hertha legte in der ersten Halbzeit ein ganz starkes Spiel hin und führte durch zwei Tore von Salomon Kalou (4. und 35./Elfmeter) 2:1, Dortmunds Delaney hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (14.). Im zweiten Durchgang erhöhten die Dortmunder aber den Druck.

Dan-Axel Zagadou traf bereits in der 47.Minute zum 2:2. Danach nahm das Unglück seinen Lauf. Ein verweigerte Elfmeter für den gefoulten Ondrej Duda (59.) und dann in der 85. Minute die Gelb-rote Karte für Verteidiger Jordan Torunarigha nach wiederholtem Foulspiel. Danach brach die Hintermannschaft fast auseinander. Kalou: „In den letzten Minuten war Panik bei uns. So ein Klassespieler wie Marko Reus hat es eiskalt ausgenutzt. Meine zwei Tore haben nicht gereicht. Wir sind alle enttäuscht.“ Pals Geburtstag endet im Frust. Doch der Ungar sagt trotzig: „Ich kann die Niederlage beiseite schieben. Ich werde heute abend trotzdem meinen Geburtstag ein bisschen feiern.“