Fellers Aufholjagd bleibt unbelohnt

Am Ende fehlten dem Tiroler Feller 27 Hundertstelsekunden auf den vierten Podestplatz seiner Karriere und den dritten in dieser Saison. Nach dem ersten Lauf noch auf Rang acht, verbesserte sich der 26-Jährige im zweiten Durchgang mit der drittbesten Laufzeit noch auf Rang vier. Marcel Hirscher, schon nach dem ersten Durchgang nur Siebenter, musste sich am Ende mit dem sechsten Platz begnügen. Der 30-Jährige blieb damit auch in seinem sechsten Rennen nach der WM ohne Sieg.

Hinter Sieger Pinturault klassierte sich mit 0,44 Sek. Rückstand der Schweizer Marco Odermatt auf Rang zwei. Für den 21-jährigen Junioren-Weltmeister 2018 war es nach Rang drei in Kranjska Gora vor einer Woche der zweite Podestplatz in Folge. Dritter wurde der Slowene Zan Kranjec, der heuer in Saalbach-Hinterglemm seinen ersten RTL gewonnen hatte.

1. Alexis Pinturault (FRA)
2. Marco Odermatt (SUI)
3. Zan Kranjec (SLO)

Trotz des knapp verpassten Podestplatzes war Feller mit seiner Leistung im letzten Riesentorlauf der Saison mehr als zufrieden. „Platz vier kann sich sehen lassen. Das ist das, was ich eigentlich kann im Riesentorlauf“, sagte der Tiroler im ORF-Interview. Neues Material habe sich im Saisonfinish bezahlt gemacht, so Feller: „Wir haben seit Bansko viel am Material umgestellt, und es ist mit jedem Renndurchgang besser und besser geworden und somit auch mehr Selbstvertrauen dagewesen.“

Hirscher ausgebrannt

Hirscher, der bereits seit Längerem als Gewinner des RTL-Weltcups feststeht, konnte so wie vor einer Woche in Kranjska Gora seine Form von unter der Saison nicht abrufen. Der 30-Jährige wirkte nach der anstrengenden Saison ausgebrannt. „Es ist fast eine Genugtuung, wenn ich jetzt keine Rennen mehr fahren muss. Ich muss mich fast entschuldigen, dass ich nicht besser performe, aber es geht nicht mehr“, sagte Hirscher, „eines kann man mir nicht absprechen, das ist sehr viel Mut zum Risiko. Aber ich bringe das einfach nicht auf diesen Schnee. Heute war ich meilenweit weg von einem Sieg.“

Der Saisondominator, der auch seit Längerem bereits als Gesamtsieger feststeht, durfte sich immerhin mit der fünften kleinen Kristallkugel im Riesentorlauf in Folge und der sechsten insgesamt in seiner Karriere tröste. In der Endabrechnung hat Hirscher mit 680 Punkten 164 Zähler Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen, der diesmal als Elfter ebenfalls zu den großen Verlierern zählte. Pinturault landete in der Weltcup-Wertung auf Rang drei. „Ein wunderbares Gefühl, mit sehr viel Dankbarkeit und Erleichterung verbunden“, sagte Hirscher, der nach dem Weltcup-Finale insgesamt 20 Kristallkugeln, darunter acht große daheim stehen haben wird.

Pinturault gewinnt RTL-Abschluss

Beim letzten Riesentorlauf der Herren in dieser Saison siegte der Franzose Alexis Pinturault. Manuel Feller wurde Vierter, Marcel Hirscher Sechster.

Pinturault neue Nummer eins

Für Pinturault war es der insgesamt 23. Weltcup-Sieg seiner Karriere und der elfte in einem Riesentorlauf. Auf diesen hatte der Franzose allerdings fast eineinhalb Jahre warten müssen. Vor Soldeu hatte Pinturault, der heuer nur den Sieg in der Kombination von Bansko zu Buche stehen hatte, zuletzt am 9. Dezember in Val d’Isere einen Riesentorlauf für sich entschieden.

„Ich bin wirklich glücklich. Wir haben das Set-up im Gegensatz zu Kranjska Gora etwas verändert, das hat gut zu dem aggressiven Schnee hier gepasst“, sagte der 27-Jährige, der mit seinem 23. Sieg Carole Merle als französische Rekordhalterin an Weltcup-Siegen ablöste. „Dass ich jetzt die Nummer eins in Frankreich bin, ist etwas sehr Spezielles, ich habe aber nicht darauf hingearbeitet. Ich möchte Spaß haben und eine schöne Zeit mit Freunden verbringen und mich immer weiter verbessern“, sagte der Sieger.