Endspurt um die Meisterrunde

Sturm Graz hat als Sechster derzeit den letzten Platz in der Meistergruppe inne. Vor der Partie gegen die Austria gibt man sich betont gelassen, mit einem Heimsieg wäre das Ticket fix gelöst. Trainer Roman Mählich hat keine Bedenken: „Ich glaube, dass wir mit dem Publikum im Rücken das Spiel gewinnen werden.“ Die drittplatzierten Wiener sind bereits durch, Interimscoach Robert Ibertsberger hofft daher auf „eine gewisse Leichtigkeit“. Die Gäste könnten von Sturm bei einer Niederlage in der Merkur Arena aber sogar noch überholt werden.

Sollte Rapid gegen Hartberg nicht mit mindestens fünf Toren Differenz gewinnen, genügt den Grazern bereits ein Zähler. „Wir haben es in der Hand, das ist positiv. Da müssen wir zugreifen“, sagte Mittelfeldspieler Stefan Hierländer. Er wollte die Partie gegen die Austria nicht als „Endspiel“ sehen. „Es ist Anspannung da, aber auch eine angenehme Ruhe. Wir gehen mit Vorfreude ins Spiel.“

Rapid braucht Schützenhilfe

Rapid benötigt als aktueller Siebenter neben einem klaren Heimsieg über Hartberg auch Schützenhilfe von Admira oder Austria. Ausgerechnet der Erzrivale hätte es in der Hand, Rapid mit einem Punktegewinn bei Sturm eventuell doch noch unter die Top Sechs zu bringen. Helfen könnte auch ein Auswärtserfolg der Admira gegen den WAC. Die Wolfsberger liegen derzeit drei, Sturm zwei Punkte vor Rapid.

Rapid-Trainer Dietmar Kuehbauer

GEPA/Walter Luger

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer muss am Sonntag auch auf die anderen Plätze blicken

Alle Rechenspiele helfen aber nichts, wenn Rapid gegen Hartberg keinen Sieg einfährt. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, und das werden wir tun“, versprach Trainer Dietmar Kühbauer. Selbst bei für Rapid positiven Ergebnissen in Graz oder Wolfsberg wäre wohl ein Kantersieg nötig. Sollte man am Ende doch nicht unter den Top Sechs landen, hätte das für Kühbauer einen einzigen positiven Aspekt: Rapid würde es wohl in jeder Partie der Qualifikationsgruppe mit einem tief stehenden Gegner zu tun bekommen und könnte daher schon im Hinblick auf die kommende Saison testen, wie man einen Abwehrriegel knacken kann.

Rapid zittert um Meistergruppe

Aus eigener Kraft kann Rapid gegen Hartberg am Sonntag nicht mehr die Meistergruppe erreichen: Die Hütteldorfer sind auf Schützenhilfe der Austria oder Admira angewiesen.

Hartberg stellt sich auf Qualifikationsgruppe ein

Bei den neuntplatzierten Hartbergern ist die Chance auf die Meistergruppe bei drei Punkten Rückstand auf Sturm und der um zwölf Treffer schlechteren Tordifferenz nur noch theoretischer Natur, der Fokus liegt ausschließlich auf dem Klassenerhalt. „Wir sind immer noch ein Aufsteiger mit dem kleinsten Budget der Liga“, sagte Hartberg-Trainer Markus Schopp und freute sich angesichts von knapp 20.000 zu erwartenden Zuschauern auf eine gute Kulisse. „Solche Momente genießen wir.“

WAC hat es selbst in der Hand

Der Fünfte WAC hat in der Lavanttal-Arena gegen die Admira alle Trümpfe in der Hand. Obwohl schon ein Remis reichen würde, will sich Trainer Christian Ilzer nicht auf Schützenhilfe verlassen. „Ich traue Rapid einen hohen Sieg gegen Hartberg zu, und ich traue Sturm zu, gegen die Austria zu gewinnen“, sagte Ilzer. „Es ist für uns ein Finale, und wir werden uns dabei auf gar nichts verlassen.“ Sein Team brennt darauf, endlich wieder einen Sieg zu feiern. In den jüngsten sieben Runden gab es zwei Niederlagen und gleich fünf Remis. „Wir jagen seit Wochen einem Sieg nach, bringen gute Leistungen, können aber einfach keine Partien mehr gewinnen“, sagte Ilzer.

Die als Schlusslicht ins Jahr gestartete Admira hat die ersten drei Partien alle gewonnen und den Sprung auf Rang zehn geschafft. „Es kommt die neben dem LASK zweitbeste Mannschaft im Frühjahr, das ist eine Aufgabe, die nicht ohne ist. Die Admira ist sehr gut drauf“, sagte Ilzer und zeigte großen Respekt. Für die Gäste spricht nicht nur die aktuelle Form, sie sind auch im direkten Duell vier Partien unbesiegt.

Mattersburg nur noch mit Minichance

Der Achte Mattersburg will beim fix qualifizierten Vierten St. Pölten alles versuchen, um die Hausaufgaben im Rennen um einen Top-Sechs-Platz zu machen. Daneben benötigen die Burgenländer aber auch noch Schützenhilfe. „Vor dem letzten Spiel habe ich gesagt vier Prozent, jetzt haben wir eine 5,2-prozentige Chance. So kann man das ungefähr beziffern“, sagte Trainer Klaus Schmidt zur Ausgangslage.

Sein Team müsste an den punktgleichen Rapidlern sowie an Sturm vorbeiziehen, das zwei Zähler mehr hat. „Wir haben klar die schlechteste Ausgangsposition, aber vor ein paar Wochen haben wir noch gar keine Ausgangsposition gehabt. Deswegen muss man zufrieden sein mit dem, was man hat. Es ist schwierig, aber nicht ganz unmöglich“, sagte Schmidt, der auf eine Überraschung hofft.

Leader gastiert beim Letzten

Schlusslicht Wacker Innsbruck empfängt den souveränen Tabellenführer Red Bull Salzburg. Die Tiroler machen sich trotz der klaren Ausgangslage Hoffnungen, sind sie doch eines von sechs Teams, das den „Bullen“ in der laufenden Saison Punkte abknöpfen konnte.

Salzburg-Trainer Marco Rose fordert nach dem Aus in der Europa League volle Konzentration. „Uns erwartet ein Gegner, der uns ein Bein stellen will und sicher viel investieren wird“, sagte der Deutsche. In der Liga konnte Salzburg zuletzt in drei Partien nur vier Punkte holen. Der Vorsprung auf den LASK beträgt neun Punkte, nach der anstehenden Teilung wären es vier. Sollten die Linzer in Altach gewinnen und der Serienmeister auf dem Tivoli nur einen Punkt holen, betrüge der Vorsprung vor Beginn des Meistergruppe nur noch drei Zähler. Für Rose eine „skurrile Situation“.

LASK um weiße Weste bemüht

Der LASK will den Grunddurchgang mit einem Sieg in Altach abschließen. Vier Siege im Frühjahr mit einem Torverhältnis von 13:0 sprechen Bände. Trainer Oliver Glasner lässt das aber eher kalt. „Diese Bilanz hilft uns nicht in Altach. Wir bringen Selbstvertrauen mit, sonst nichts“, sagte er. Seine Mannschaft mache viele Dinge gut. Luft nach oben gebe es aber immer.

Die Altacher haben die rote Laterne des Tabellenletzten zuletzt an Innsbruck abgegeben. „Der LASK ist bisher die stärkste Mannschaft des Frühjahrs in der Bundesliga. Dementsprechend schwer wird die Aufgabe“, sagte Interimstrainer Wolfgang Luisser über den Gegner. „Fakt“ sei aber auch, dass man gegen die Linzer gewinnen wolle.