Demonstranten fordern Umbau der Hagia Sophia

Nach Attentat in Neuseeland: Demonstranten fordern Umbau der Hagia Sophia

Nach dem grausamen Attentat auf zwei Moscheen in Neuseeland am Freitag haben sich heute hunderte Menschen in Istanbul versammelt und einen Umbau der Hagia Sophia gefordert. Die symbolträchtige Kirche soll wieder zu einer Moschee werden.

Damit reagieren die Demonstranten auf das Attentat in Neuseeland. Der Täter, Brenton T., hatte in einem Dokument unter anderem über eine “Hagia Sophia ohne Minarette” geschrieben, berichtete die “Welt”. Seit 1953 beherbergt die ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde, ein Museum. Bereits mehrfach forderten muslimische Gruppen, dass die Hagia Sophia wieder als Moschee genutzt werden solle, heißt es weiter.

Das Attentat

Am Freitag wurden bei einem Anschlag in der neuseeländischen Stadt Christchurch 49 Menschen getötet. Nach bisherigem Ermittlungsstand drang der Täter zunächst in die Al-Nur-Moschee ein, in der sich mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten. Dort schoss er mit mindestens zwei Schnellfeuerwaffen um sich und tötete 41 Menschen. Vermutet wird, dass es sich bei allen Todesopfern um Muslime handelt. Darunter sind auch Flüchtlinge, die erst vor kurzem etwa aus Syrien nach Neuseeland gekommen waren. Der Attentäter hatte wohl seine Waffen manipuliert, um die Schusskraft zu erhöhen. Anschließend fuhr er zu einer zweiten Moschee und brachte dort acht weitere Menschen um. Mit einer Helmkamera filmte er die Tat und übertrug sie live ins Internet.

In einem im Internet veröffentlichten “Manifest” beschreibt der Täter auf 74 Seiten seine rechtsextreme Weltsicht.  Die teilweise wirren und weitschweifigen Ausführungen zeigen, wie sehr die Verschwörungstheorien der rechtsextremen Bewegungen inzwischen um sich greifen. Brenton T.beschreibt sich in dem Dokument als “faschistisch” und “rassistisch”.

Prozess am Samstag

Die Gerichtsanhörung am Samstag verfolgte er weitgehend unbewegt, machte aber mit der Hand eine Geste, mit der sich weiße Extremisten in aller Welt zu erkennen geben: Dabei werden die Spitzen von Daumen und Zeigefinger zusammengelegt und die anderen Finger abgespreizt, während die Hand nach unten zeigt.

Nach Angriff auf Moscheen - Australier vor Gericht

dpa
Der australische Ttäter steht mit Handschellen vor einer Anhörung im Bezirksgericht. Nur einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen in Christchurch ist der 28-jährige Australier offiziell des Mordes beschuldigt worden

T. wird offiziell des Mordes beschuldigt, weitere Anklagepunkte dürften folgen. Er stellte keinen Antrag auf Freilassung gegen Kaution. Am 5. April soll er erneut vor Gericht erscheinen. Außer dem Australier blieben zwei weitere Verdächtige in Haft. Ihre Rolle bei dem Anschlag wurde nicht erläutert; einem 18-Jährigen wurde zunächst Aufwiegelung zur Last gelegt.

Cavusoglu: EU-Politiker mitverantwortlich für Angriffe in Neuseeland

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat der EU für die blutigen Angriffe auf Moscheen in Neuseeland eine Teilschuld zugewiesen. Am Randes eines Treffens mit EU-Vertretern in Brüssel sagte er am Freitag, “für diesen Terroranschlag” seien nicht nur die Täter selbst verantwortlich, sondern auch “verantwortungslose Politiker, die Fremdenfeindlichkeit, islamophobe Neigungen und hasserfüllte Rhetorik gegen Muslime” schürten. Cavusoglu wandte sich vor allem an die EU und die europäischen Länder und mahnte, dass “Angriffe auf Muslime und unsere Religion sowie hasserfüllte Sprache” nicht unter die Meinungsfreiheit fallen dürften.

“In den letzten Jahren haben wir leider oft gesehen, dass auf viele Angriffe auf Muslime und Angriffe auf unsere Religion und unseren Propheten die Erklärung folgte, “das ist Meinungsfreiheit””, sagte Cavusoglu. “Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, werden wir solche Angriffe nicht verhindern können.”

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chh/mit dpa