Warum das denn?: Oscar-Preisträger besorgt: „Mir geht der Arsch auf Grundeis“

Los Angeles –

Der Film heißt „Alita: Battle Angel”. Wie der Titel verrät wird darin gekämpft. Was überhaupt nicht zum Termin passt, an dem der Film ins Kino kommt. Denn das ist der Valentinstag, der ja Liebe und Romantik gewidmet ist. 

Da muss man doch einfach Hauptdarsteller Christoph Waltz (er spielt einen Cyber-Doktor) die Frage stellen:             

Stört Sie das unpassende Premierendatum?
Christoph Waltz (mit ätzendem Lächeln) : Das ist mir so Wurscht wie nur was. Der Valentinstag ist für mich unwichtig und bedeutungslos.

In Alita” agieren Sie mit Sensoren gespickt vor einer grünen Wand und der Computer setzt dann Ihre Bewegungen in Bilder um. Mal was Neues für Sie. Wie war die Erfahrung damit?
Christoph Waltz: Wissen Sie, ich habe schon nackt in einem Swimmingpool gespielt oder einen Ritter in glänzender Rüstung und einen Exzentriker, der die haarsträubendsten Klamotten trägt. In diesem Fall war es ein grauer Anzug mit ein paar Sensoren – das hatte ich nach drei Sekunden schon vergessen.

Der Film basiert auf einer japanischen Comicbook-Serie. Wie stehen Sie zu dieser Art Lektüre?
Christoph Waltz: Ich bin kein Fan davon. Außer wenn Sie „Asterix” als Comicbook ansehen. Da war ich ein Fan von und bin es bis heute.

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Christoph Waltz an der Seite von „Alita: Battle Angel”-Schauspielerin Rosa Salazar.Foto:picture alliance/dpa

Offenbar sind Sie auch ein Fan von Oper. Sie haben in Wien „Falstaff” inszeniert.
Christoph Waltz: Ja, ich habe eine unbeschränkte Hingabe zur Musik. Ich vergöttere gute Musik und verabscheue schlechte Musik. Ich spiele ein paar Instrumente…nicht wirklich. Wie komme ich also der Musik nahe? Ich habe da einen kessen Trick gefunden. Opern inszenieren. Da kann ich mit Musikern arbeiten und vom Dirigenten lernen. Es ist eine total egoistische Sache. 

Was ist schlechte Musik für Sie?
Christoph Waltz: Popmusik. Daran bin ich wirklich nicht interessiert. Aber das ist meine Ignoranz. Es bedeutet nicht, dass alle Popmusik schlecht ist. Ich erinnere mich an ein paar Michael Jackson-Alben, die auf musikalischem Niveau fantastisch waren.

Man hat Sie noch nie in einem Film singen gehört, oder?
Christoph Waltz: Stimmt. Ich habe noch nie gesungen.

Vielleicht sollten Sie es mal tun.
Christoph Waltz: Besser nicht.

Sie haben eine Tochter im Teenager-Alter. Hat sie schon Alita” gesehen?
Christoph Waltz: Nein, hat sie nicht. Was in erster Linie daran liegt, dass sie sich keinen Filmen aussetzen mag, die Gewalt zeigen. Sie weiß nicht wie sie damit umgehen soll. Vor allem wenn ihr Vater darin engagiert ist. Ich respektiere diese Entscheidung.

Hat sie noch keinen Film mit Ihnen gesehen?
Christoph Waltz: Doch, hat sie schon.

Was ist ihr Lieblingsfilm mit Papa?

Christoph Waltz: Das weiß ich nicht. Ich bevorzuge es, das nicht herauszufinden.

Ein Element in Alita” ist künstliche Intelligenz. Eine Technologie, die es jetzt schon gibt. Stehen Sie Sie positiv dazu oder finden Sie es eher beängstigend?
Christoph Waltz: Wenn ich mal zu einem vulgären Ausdruck greifen darf: Mir geht der Arsch auf Grundeis. AI könnte zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden, aber solange Menschen damit zu tun haben, wird es dazu nicht eingesetzt.

Wie sehen Sie diese Welt in 100 Jahren?
Christoph Waltz: Ich hoffe, dass ich sie mir dann nicht ansehen muss. Ich habe neulich den ermutigenden Artikel eines Wissenschaftlers gelesen. In dem hieß es “Macht euch keine Sorgen, die Erde wird überleben, weil sie immer überlebt hat”. Ob die Menschheit überlebt ist eine andere Frage. Ich bezweifele es.

Was tragen Sie dazu bei, dass unser Planet grüner wird?
Christoph Waltz: Die Frage ist, welchen Unterschied macht es, wenn ich nicht noch eine weitere Plastiktüte benutze? Welchen Unterschied macht es, wenn ich den Wasserhahn zudrehe, während ich mir die Zähne putze? Welchen Unterschied macht es, wenn ich meine kleinen Batterien dahin zurückbringe, wo man sie recycelt? Die Antwort ist: Es macht einen enormen Unterschied. Wenn ein einzelner eine Batterie recycelt, dann ist das gar nichts. Aber wenn 6 Milliarden Menschen es tun würden, dann könnte es den Ausschlag für 20 weitere Jahre Überleben geben.