Stradivari wird wiederbelebt

Die Streichinstrumente von Antonio Stradivari haben Goldstandard. Ein Schweizer Ensemble hat nun das Glück, gleich zwei dieser seltenen Instrumente zu besitzen und spielen zu können.




Sellière-Stradivari in den Händen ihres künftigen Spielers Daniel Dodds

Die „Sellière“-Stradivari in den Händen ihres künftigen Spielers Daniel Dodds, Künstlerischer Leiter der Festival Strings Lucerne, hier mit weiteren Repräsentanten der Festival Strings Lucerne

Anfang März wird mit zwei Konzerten im Wiener Konzerthaus und im Konzertsaal Luzern eine Stradivari-Violine zu neuem Leben erweckt. Das Instrument, die sogenannte „Sellière“-Stradivari, wurde dem Ensemble Festival Strings Lucerne von einer Schweizer Stiftung zur Verfügung gestellt. Die Stiftung hatte den Kauf des Instrumentes ermöglicht, das jahrzehntelang ungespielt in einem österreichischen Banktresor lag. Die „Sellière“ ist bereits die zweite Stradivari, welche dem Kammerorchester zur Verfügung steht.

Die vor 1680 erbaute und im Erhaltungszustand außergewöhnliche „Sellière“ wird von dem künstlerischen Leiter der Festival Strings Lucerne, dem australisch-schweizerischen Geiger Daniel Dodds, gespielt werden. Zu den Vorbesitzern gehörten unter anderem König Carlos IV. von Spanien, die Mitte des 19. Jahrhunderts konzertierende, italienische Geigen-Virtuosin Carolina Ferni (1839–1926) und der österreichische Weltklasse-Geiger Wolfgang Schneiderhan (1915–2002), ein Mitbegründer der Festival Strings Lucerne.

Schneiderhan stand die „Sellière“-Stradivari vermutlich von 1934 an bis 1979 zur Verfügung und ist seitdem nicht mehr öffentlich gespielt worden. Der österreichische Weltklasse-Geiger, Konzertmeister und Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker, hatte einen wesentlichen Anteil an der schnellen internationalen Etablierung der 1956 gegründeten Festival Strings Lucerne. Das Ensemble ist seit seiner Gründung regelmäßiger Gast des jährlichen Lucerne Festival.