Oscars 2019: Wer wird der "Beste Hauptdarsteller"?

Nur einer der fünf Nominierten, Christian Bale, konnte bereits eine Goldstatuette mit nach Hause nehmen. Dieses Jahr hat er starke Konkurrenz und geht gegen Rami Malek, Bradley Cooper, Willem Dofoe und Viggo Mortensen ins Rennen.

Vier etablierte Stars und ein Newcomer rittern bei den 91. Oscars am 24. Februar um die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller. Wie es sich anfühlt, eine Goldstatuette auch mit nach Hause zu nehmen, kennt aber nur einer von ihnen: Christian Bale war bereits als Nebendarsteller (“The Fighter”) erfolgreich. Neben ihm sind Bradley Cooper, Willem Dafoe, Rami Malek und Viggo Mortensen nominiert.

Christian Bale in “Vice”

This image released by Annapurna Pictures, Christian Bale portrays Dick Cheney in a scene from

This image released by Annapurna Pictures, Christian Bale portrays Dick Cheney in a scene from “Vice.” On Tuesday, Jan. 22, 2019, Bale was nominated for an Oscar for best actor for his role in the film. The 91st Academy Awards will be held on Feb. 24.
©Greig Fraser/Annapurna Pictures via AP

Für Bale stehen die Chancen auch diesmal nicht schlecht: Acht Jahre nach seinem Triumph mit David O. Russells Boxerdrama, hat der britische Schauspieler (45) neuerlich sein Aussehen drastisch verändert. In “Vice” von Adam McKay spielt er den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney – stilecht mit Halbglatze und etlichen Kilos mehr auf den Hüften. Bale ist bekannt dafür, für seine Rollen oft bis zum Äußersten zu gehen. Zudem dürfte seine Leistung in der Politsatire angesichts der Trump-Ära auch einen Nerv treffen. “Vice” wird mit seinem beißend-schwarzhumorigen Zugang jedenfalls das Vertrauen in die Politik nicht unbedingt steigern. Bale brachte der Film bereits einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie ein.

Rami Malek in “Bohemian Rhapsody”

This image released by Twentieth Century Fox shows Rami Malek in a scene from

This image released by Twentieth Century Fox shows Rami Malek in a scene from “Bohemian Rhapsody.” On Tuesday, Jan. 22, 2019, Malek was nominated for an Oscar for best actor for his role in the film. The 91st Academy Awards will be held on Feb. 24.
©Alex Bailey/Twentieth Century Fox via AP

Sein Pendant in der Kategorie Filmdrama war ein bisher noch ziemlich unbeschriebenes Blatt: Rami Malek konnte als Queen-Sänger Freddie Mercury aber nicht nur die Kritiker, sondern auch an der Kinokasse überzeugen. Der 37-Jährige, den man bis dato allen voran aus Sam Esmails Hackerserie “Mr. Robot” kannte, spielte sich mit dem Musik-Biopic “Bohemian Rhapsody” in die erste Liga Hollywoods. In einem Film, der nicht jedes historische Detail ganz genau nahm, überzeugte Malek mit einem intensiven Spiel, für das er sich jede Bewegung Mercurys einverleibte. Höhepunkt ist dabei der “Live Aid”-Auftritt der Band von 1985, der minutiös nachgestellt wurde.

Bradley Cooper in “A Star is Born”

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©Clay Enos/Warner Bros. via AP

Musik spielt auch bei einem weiteren Nominierten eine wesentliche Rolle: Bradley Cooper hat mit “A Star is Born” nicht nur Popsängerin Lady Gaga auf die große Leinwand geholt, sondern für die Adaption des Musikfilms “Ein Stern geht auf” auch sein Regiedebüt abgeliefert. In dieser Kategorie reichte es zwar für keine Nennung, aber seine Darstellung des gebeutelten Musikers Jack Maine, der in Ally (Gaga) nicht nur seine Liebe, sondern auch seinen Weg aus der Krise findet, hat ihm seine vierte Darsteller-Nominierungen (eine davon für die beste Nebenrolle) eingebracht. Zudem darf sich der 44-Jährige gemeinsam mit Eric Roth und Will Fetters Hoffnung auf einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch machen.

Viggo Mortensen in “Green Book”

This image released by Universal Pictures shows Viggo Mortensen, left, and Mahershala Ali in a scene from

This image released by Universal Pictures shows Viggo Mortensen, left, and Mahershala Ali in a scene from “Green Book.” On Tuesday, Jan. 22, 2019, Mortensen was nominated for an Oscar for best actor for his role in the film. The 91st Academy Awards will be held on Feb. 24.
©Patti Perret/Universal Pictures via AP

Einen guten Klang hat auch “Green Book” mit Viggo Mortensen, doch eigentlich handelt dieser Film von Rassismus und einer ungewöhnlichen Freundschaft. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des afroamerikanischen Jazzpianisten Don Shirley (Mahershala Ali ist als bester Nebendarsteller nominiert) und seines einfach gestrickten Chauffeurs Tony Vallelonga (Mortensen) ist geprägt von leichten wie dunklen Momenten, feinen Zwischentönen und der Brutalität der 60er-Jahre in den USA. So viele Schwächen Peter Farrellys Film auch haben mag – nicht zuletzt Shirleys Familie übte harsche Kritik daran -, so stark präsentieren sich beide Darsteller. Für den 60-jährigen Mortensen wäre der Academy Award auch eine Belohnung für viele großartige Leistungen in weniger beachteten Arbeiten.

Willem Dafoe in “At Eternity´s Gate”

This images released by CBS Films shows Willem Dafoe as Vincent Van Gogh in

This images released by CBS Films shows Willem Dafoe as Vincent Van Gogh in “At Eternity’s Gate.” On Thursday, Dec. 6, 2018, Dafoe was nominated for a Golden Globe award for lead actor in a motion picture drama for his role in the film.
©Lily Gavin/CBS Films via AP

Komplettiert wird der bunte Darstellerreigen von Willem Dafoe (63) als Vincent van Gogh in “At Eternity’s Gate”. Die Künstlerbiografie von Julian Schnabel (Regie und Drehbuch) fügt sich damit ein in eine Reihe von Filmen, die sich entweder aus dem kreativen Metier speisen oder reale Figuren auf die Leinwand bannen. Hier wohl eher ein Außenseiter, durfte sich der stets wandelbare Dafoe bereits bei den Filmfestspielen von Venedig über den Preis als bester Schauspieler freuen. Und wer weiß: Vielleicht hat er auch für die vielköpfige Akademie seiner Figur den richtigen Pinselstrich verpasst.

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(APA/Red/ Bilder: APA/AFP)