Letzte Medaillen-Chance für Rebensburg

Der Riesenslalom am Donnerstag ist für Viktoria Rebensburg die letzte Chance auf eine WM-Medaille. Es ist die Lieblingsdisziplin der Kreutherin, fast immer hat sie hier bei Großereignissen überzeugt.

Åre – Viktoria Rebensburg wirkt locker in diesen Tagen. Nach außen ist keine Spur von Anspannung zu erkennen. „Ich fühle mich wohl hier in Åre“, sagt die Kreutherin. „Die Skandinavier sind nette Leute.“ Sie hört sich dabei nicht so an, als würde sie unter Druck stehen. Aber Rebensburg weiß natürlich, dass die Alpinen Skiweltmeisterschaften in Åre sportlich hätten besser laufen können. Im Super-G und in der Abfahrt ist die 29-Jährige ohne Medaille geblieben. Am Donnerstag geht sie zum dritten Mal an den Start. Im Riesenslalom, ihrer Lieblingsdisziplin. Gold und Bronze bei Olympia hat sie dort geholt, Silber bei der WM, 14 Weltcup-Siege und drei Mal die kleine Kristallkugel für die Beste in der Disziplinwertung.

Trotzdem zählt Rebensburg beim Rennen am Donnerstag (1. Durchgang 14.15 Uhr, 2. Durchgang 17.45, live auf Eurosport) für viele nicht unbedingt zu den Favoritinnen. „Sie kann die Medaille einfahren, aber da muss alles zusammenpassen“, sagt Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbands. Rücken stärken funktioniert anders. Rebensburg hat in diesem Winter noch keinen Riesenslalom gewonnen, ihre besten Ergebnisse waren zwei zweite Plätze Ende 2018. Bei der WM-Generalprobe im slowenischen Maribor schied Rebensburg im ersten Durchgang aus. „Nach den Ergebnissen der letzten Rennen bin ich vielleicht nicht bei den absoluten Topfavoritinnen dabei“, sagt sie. „Aber ich weiß trotzdem, was ich draufhabe. Ich werde mein Bestes geben und angreifen.“

Nach ihrem Hundertstelpech und Platz vier im Super-G sowie Rang elf in der Abfahrt hat Rebensburg drei Tage Zeit gehabt, den Kopf freizubekommen und sich auf ihr letztes WM-Rennen in Åre zu konzentrieren. Vielleicht wird sie sich da auch daran erinnert haben, dass es bei Großereignissen im Riesenslalom bis auf wenige Ausnahmen sehr gut für sie gelaufen ist. Drei Medaillen, bis auf ein Rennen immer unter den ersten Zehn, vor zwei Jahren in St. Moritz das erste und einzige Mal ausgeschieden. Seit ihrer ersten WM-Teilnahme 2007 – passenderweise in Åre – fuhr Rebensburg bei Olympia und Weltmeisterschaften im Riesenslalom konstant Topergebnisse ein. „Ich weiß, dass ich schnell fahren kann“, sagt Rebensburg angriffslustig.

cf