KTM geht in MotoGP-Klasse „all in“

Um vom Innviertel aus möglichst bald WM-Titel auch in der Topkategorie zu erobern, hat KTM den weiterhin orangefarbenen Werksteams in der MotoGP- und Moto2-Klasse jeweils „blauere“ Tech3-Teams zur Seite gestellt – und damit eine Struktur aufgebaut, die jener von Red Bull Racing und Toro Rosso in der Formel 1 ähnelt.

Während KTM in der Moto2 und Moto3 um die Titel kämpft, soll in der MotoGP die Aufholjagd weitergehen. „Für uns ist das jetzt aber ein weiterer Meilenstein. Wir gehen all in“, sagte Pierer unter Verwendung eines Poker-Begriffs. 2019 verfügt man über deutlich mehr Erfahrung auch auf dem Fahrersektor. Denn die vier MotoGP-Piloten bringen insgesamt drei WM-Titel, 39 GP-Siege und 92 Podestplätze mit.

Verstärkung durch Zarco und Pedrosa

Im MotoGP-Werksteam fährt weiterhin der erfahrene Spanier Pol Espargaro, zweiter Fahrer ist der von Yamaha kommende Neuzugang Johann Zarco. Der 28-jährige Moto2-Champion von 2015 und 2016 ist der erfolgreichste Franzose im Motorradrennport. Im Tech3-Team von Herve Poncharal sind der Portugiese Miguel Oliveira sowie Hafizh Syahrin aus Malaysia die Piloten.

Johann Zarco

APA/Barbara Gindl

Johan Zarco fährt heuer in der MotoGP-WM für KTM statt Yamaha

Als Testfahrer hat man neben dem Finnen Mika Kallio auch Dani Pedrosa engagiert, der von Honda bemerkenswerterweise sofort nach dem Karriereende freigestellt worden ist. Der Spanier, dreifacher Weltmeister und dreifacher MotoGP-Vizeweltmeister, fehlte allerdings bei den jüngsten Testfahrten in Sepang, weil er sich das Schlüsselbein gebrochen hat. Die Erfahrung des langjährigen Schützlings von KTM-Teammanager Mike Leitner ist fast unbezahlbar. Bei den jüngsten Testfahrten in Malaysia hatte man zwar fast 1,5 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Ducati, war im Gegensatz zu den Italienern aber nicht auf schnelle Einzelrunden gefahren.

In der Moto2 besteht das Werksteam aus den Fahrern Brad Binder (RSA) und Jorge Martin (ESP), Piloten des Tech3-Teams sind der Deutsche Philipp Öttl und der Italiener Marco Bezzecchi. In der Moto3 liegen die Hoffnung auf dem erst 15-jährigen Türken Can Öncu, der im Vorjahr sensationell in Valencia gewonnen hat. In diesen Kategorien leitet weiterhin der Finne Aki Ajo die KTM-Einsätze.

„Sind in der MotoGP immer noch Beginner“

KTM war 2012 in den Straßenrennsport zurückgekehrt und engagiert sich seit 2017 auch in der MotoGP. Obwohl Espargaro bereits beim Saisonfinale 2018 in Valencia der erste Podestplatz geglückt ist, will man bei den Oberösterreichern den Dingen nicht vorgreifen. „Wir sind in der MotoGP immer noch Beginner und befinden uns im dritten Jahr eines Fünfjahresplans“, sagte Pierer bei der Präsentation. „Am Ende wollen wir aber gewinnen und WM-Titel holen.“

Dafür wirft man bei KTM laut Pierer mittlerweile 40 Millionen Euro sowie 180 Mitarbeiter alleine in der MotoGP-Klasse in die Schlacht. Dank der zusätzlichen werksunterstützten KTM-Teams erhofft man sich vor allem Entwicklungsschritte. Jeweils vier gleichwertige Motorräder mit unterschiedlichen Fahrern sollen wertvolle Daten liefern.

Red Bull als Hauptpartner

Hauptpartner der KTM-Teams ist weiterhin Red Bull. Dessen Motorsport-Head Thomas Überall machte bei der Präsentation klar, dass man sich wie in der Formel 1 WM-Titel in der „Königsklasse“ erhofft. „Wir haben es schon auf vier Rädern bewiesen und tun gerade was Gleiches in der MotoGP“, bezog sich der Tiroler auf die neue Struktur mit zwei Teams. „Das garantiert hoffentlich Erfolg in der Zukunft und bringt uns möglichst bald auch den ersten WM-Titel auf zwei Rädern.“

Die Motorrad-WM 2019 beginnt am 10. März in Katar und umfasst 19 Rennen. Als elfter Grand Prix steigt am 11. August auf dem Red Bull Ring in Spielberg jener von Österreich.