Grammy Awards in Frauenhand

Die 61. Grammy-Verleihung in Los Angeles hat zahlreiche Auftritte und Erfolge von Frauen gebracht. Die Trophäe für das Beste Album des Jahres gewann US-Countrysängerin Kacey Musgraves mit „Golden Hour“. Rapperin Cardi B wurde zur ersten Frau, die als Solo-Künstlerin den Grammy für das Beste Rap-Album gewann. Den Hauptpreis für die Beste Aufnahme schnappte sich allerdings Rapper Childish Gambino.

Sein Song „This Is America“ setzte sich bei der Gala am Sonntag in Los Angeles im Rennen um die Beste Aufnahme unter anderem gegen Drake sowie Kendrick Lamar und SZA durch. „This Is America“ gewann auch den Preis für das Beste Lied des Jahres sowie zwei weitere Grammys in kleineren Kategorien.

Childish Gambino, bürgerlich Donald Glover, verfasste den Titel mit dem schwedischen Songschreiber Ludwig Göransson. Vor allem das dazugehörige Musikvideo, das voller Metaphern rund um Rassismus und Waffengewalt in den USA steckt, hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Childish Gambino rappt über die Widersprüche eines Lebens als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten und tanzt im Video mit nacktem Oberkörper, während um ihn herum Gewalt und Chaos ausbrechen.

Die Menschen könnten sich unabhängig von ihrer Herkunft mit „This Is America“ identifizieren, sagte Göransson über den Song. „Er prangert Ungerechtigkeit an, feiert das Leben und vereint uns gleichzeitig.“ Glover erschien nicht zu der Verleihung. Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala ebenso fern wie Ariana Grande, die eigentlich hatte auftreten sollen.

Der von Sängerin Alicia Keys moderierte Abend wurde über dreieinhalb Stunden klar von Frauen beherrscht. Unter anderem waren Auftritte von Lady Gaga, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. zu sehen. Besonders gefeiert wurden Soul-Sängerin Diana Ross und Country-Musikerin Dolly Parton. Die frühere First Lady Michelle Obama kam als Überraschungsgast auf die Bühne.

Auch viele wichtige Preise gingen an Frauen: Die Trophäe für das Beste Album des Jahres gewann US-Sängerin Kacey Musgraves mit „Golden Hour“. Rapperin Cardi B wurde zur ersten Frau, die als Solo-Künstlerin den Grammy für das Beste Rap-Album gewann. Als Beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa („New Rules“) ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass dieses Jahr viele großartige Künstlerinnen für Preise in den insgesamt 84 Kategorien nominiert worden seien.

„Offenbar haben wir uns richtig gesteigert“, sagte Dua Lipa. Ihr Kommentar war ein Seitenhieb auf Neil Portnow, scheidender Präsident der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich „steigern“, wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten. Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Maßnahmen an, um „eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile“ gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen.

Es gebe niemand Besseren als Gastgeberin Alicia Keys, um die „vereinende Kraft von Musik zu feiern“, twitterte Michelle Obama im Lauf der Show. Ariana Grande twitterte nach dem ersten Grammy-Sieg ihrer Karriere: „Das ist wild und wunderschön.“ Lady Gaga, die drei Preise gewann, konnte ihre Glückstränen nicht zurückhalten und schrieb auf Twitter: „Ich werde heute Abend kein Make-up tragen können.“

(APA/dpa/ag.)