Zählung: Bis zu 30 Kaiseradler in Niederösterreich

In Niederösterreich wurden bei einer Adlerzählung von BirdLife 23 bis 30 Adler registriert. Der Kaiseradler scheint seinen Platz hier gefunden zu haben, seine Bestandszahlen gehen leicht bergauf, so die Vogelschutzorganisation.

Bereits zum zweiten Mal fand im Jänner der sogenannte Pannonian Eagle Census statt. Diese internationale Adlerzählung hat zum Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über den Bestand und die Verbreitung der im pannonischen Raum überwinternden Adlerarten zu bekommen. Im Mittelpunkt stehen die nationalen Adlerzählungen, auch jene in Österreich.

Kaiseradler

Das Dreiländereck Österreich-Tschechien-Slowakei hat laut BirdLife Österreich als Lebensraum hohe Bedeutung für den Kaiseradler

Mehr als 500 Personen aus Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Serbien und Rumänien nahmen an der Zählung des von der EU geförderten Pannonian Eagle LIFE Projekts teil. “Durch die internationale Zusammenarbeit ist es möglich, einen recht vollständigen Überblick über Bestand und Winterverbreitung des streng geschützten und bedrohten Kaiseradlers zu bekommen”, erklärte der Greifvogelexperte Matthias Schmidt von BirdLife Österreich. „Durch die Zählung wird nahezu das gesamte mitteleuropäische und somit sein weltweit westlichstes Verbreitungsareal abgedeckt.“

Leichter Bestandsanstieg ist zu beobachten

Bei der Zählung wurden im gesamten Verbreitungsgebiet 509 bis 538 Kaiseradler erfasst. Damit ist beim Kaiseradler ein leichter Bestandsanstieg zu beobachten (im Jahr 2018 waren es 448 bis 462 Kaiseradler). Das gilt auch für Österreich: Hier wurden heuer 55 Kaiseradler gezählt, man geht von bis zu 70 geschätzten Kaiseradlern aus (2018 waren es in Österreich 32 bis 54 Individuen).

Die höchste Dichte des streng geschützten Greifvogels liegt im Bereich des Nordburgenlandes, wo 32 bis 40 Tiere beobachtet werden konnten. „Aber auch das Dreiländereck Österreich-Tschechien-Slowakei hat als Lebensraum hohe Bedeutung für den Kaiseradler, ebenso wie der Offenlandbereich im Weinviertel“, so Schmidt.

In Niederösterreich wurden insgesamt 23 bis 30 Adler festgestellt. “Wenn diese Zahlen auch relativ hoch erscheinen, so ist der Kaiseradler im Verbreitungsgebiet immer noch relativ selten. Selbst in den Kerngebieten in Ungarn konnten im Schnitt nicht mehr als 2,5 Kaiseradler pro 100 Quadratkilometer gezählt werden”, berichtet Matthias Schmidt.

Kaiseradler brüten erst seit 1999 wieder in Österreich

Die mitteleuropäische Kaiseradlerpopulation wurde im 19. und 20. Jahrhundert auf wenige Paare reduziert. Erst durch umfangreiche Schutzbemühungen erholten sich die Bestände, seit 1999 brütet der Kaiseradler auch wieder in Österreich. Trotzdem stellt die illegale Greifvogelverfolgung nach wie vor die Todesursache Nummer eins bei jungen Kaiseradlern dar. „Greifvögel und Greifvogelschutz kennen keine Ländergrenzen. Gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern werden wir weiterhin dafür kämpfen, dass der Greifvogelverfolgung endlich ein Ende gesetzt wird.“

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