Wegen "Shutdowns": Kanadas Fluglotsen spenden US-Kollegen Pizza

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:   

  • Chinas Außenhandel bricht im Dezember ein (7.09 Uhr) 
  • Kanadas Fluglotsen spenden US-Kollegen Pizza (6.50 Uhr)
  • Weniger Flüchtlinge kehren für Geld heim (2.53 Uhr)
  • Weber kritisiert AfD als “deutsche Brexit-Partei” (0.14 Uhr)

Die Nachrichten des Tages:    

+++ 10.08 Uhr: Kramp-Karrenbauer verteidigt erneute Beschäftigung mit Migrationspolitik +++

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Vorstoß zu einer erneuten Beschäftigung mit der Migrationspolitik verteidigt. Es gehe dabei nicht um “rückwärtsgewandte Debatten” oder darum, sich in “schrillen Forderungen zu übertreffen”, sagte Kramp-Karrenbauer anlässlich einer CDU-Klausurtagung im ZDF-“Morgenmagazin”. In einem “Werkstattgespräch” im Februar wolle sich die Partei mit dem Alltag und der Praxis in diesem Bereich auseinandersetzen.

Es solle überprüft werden, was auch mit Blick auf beschlossene Veränderungen funktioniere und was nicht, sagte die CDU-Vorsitzende. Es gehe darum, was konkret verbessert werden könne. Sie glaube, dass die Bürger dies auch von der Politik erwarteten.

+++ 8.57 Uhr: Wieder Gasexplosion in russischem Wohnhaus – mindestens eine Tote +++

In Russland hat erneut eine Gasexplosion Teile eines Wohnhauses zerstört. Bei dem Unglück in der Stadt Schachty im Süden des Landes kam mindestens eine Frau ums Leben, wie der Zivilschutz mitteilte. Sieben Menschen seien aus den zerstörten Wohnungen gerettet worden. Bei vier Bewohnern sei das Schicksal noch ungeklärt, meldete die Agentur Interfax. Retter gehen davon aus, dass Menschen in den Trümmern verschüttet wurden. 

Erst am Silvestertag hatte eine Gasexplosion in der Stadt Magnitogorsk in Sibirien einen Teil eines großen Plattenbaus zum Einsturz gebracht. Dabei waren 39 Menschen getötet worden.

+++ 8.15 Uhr: Neuer Instagram-Rekord: Braunes Ei beliebter als Kylie Jenner +++

Ein braunes Frühstücksei hat den Instagram-Rekord von US-Model Kylie Jenner (21) geknackt. Bis heute früh hatte das Ei mehr als 23 Millionen “Gefällt mir”-Klicks. Den Rekord hatte zuvor Jenner mit einem Foto ihres neugeborenen Babys inne, das sie im Februar 2018 gepostet hatte – und über 18 Millionen Menschen gefällt. Der unbekannte Besitzer des Accounts “world_record_egg” (“Weltrekord-Ei”) hatte das Konto erst Anfang Januar kreiert, um mit dem Foto möglichst viele Klicks zu erzielen. “Lasst uns zusammen einen Weltrekord aufstellen mit dem meistgelikten Eintrag auf Instagram.” 

Beim Online-Magazin “Buzzfeed” gab sich der neue Weltrekordhalter als “Henrietta” aus, ein Huhn aus der britischen Provinz. “Ich habe das als Wettbewerb begriffen. Es war nichts Persönliches”, erklärte der Nutzer dem Magazin auf schriftliche Anfrage.

+++ 8.06 Uhr: Landwirte bleiben trotz Dürrehilfe auf Milliardenschaden sitzen +++

Trotz der millionenschweren Dürrehilfe von Bund und Ländern bleiben die deutschen Bauern auf einem Milliardenschaden sitzen. Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Selbst wenn wir die in Aussicht gestellten Dürrehilfen in Höhe von 340 Millionen Euro abziehen, bleiben etwa 2,5 Milliarden Euro an Schäden.” Betroffene Betriebe seien über die nächsten Jahre hinweg belastet. “Dieser Sommer wirkt nach”, sagte Rukwied weiter. Mehr als 8000 Betriebe stellten laut Verband einen Antrag auf Dürrehilfe in den Bundesländern. Das zeige auch die große Not, sagte Rukwied. 

+++ 7.38 Uhr: Frachtflugzeug im Iran in Wohngebiet gestürzt +++

Im Iran ist offenbar ein Frachtflugzeug abgestürzt. Die Maschine mit zehn Menschen an Bord sei nahe der Hauptstadt Teheran in ein Wohngebiet gestürzt, berichtet das iranische Staatsfernsehen. Die Boeing 707 sei bei der Landung über die Landebahn hinausgeschossen, sagte ein Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde dem Sender Irib.

Wie die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim berichteten, kam das mit Fleisch beladene Militärflugzeug aus Kirgistans Hauptstadt Bischkek. Der Sender Irib berichtete, der Pilot habe beim Anflug auf den Flughafen Fath in der Provinz Albors östlich von Teheran die falsche Landebahn angesteuert. Das Flugzeug sei dann in ein Haus gekracht.

+++ 7.09 Uhr: Chinas Außenhandel bricht im Dezember ein +++

Der Zollstreit mit den USA und das langsamere Wirtschaftswachstum haben den chinesischen Außenhandel am Jahresende stark belastet. Die Exporte seien im Dezember in US-Dollar gemessen im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent gefallen, teilte die Regierung in Peking mit. Die Importe gingen sogar um 7,6 Prozent zurück. Experten hatten zwar mit einem schwachen Ergebnis gerechnet, dabei aber sowohl bei den Aus- als auch den Einfuhren noch ein Plus erwartet. Beide Werte fielen zudem so schlecht aus wie schon seit 2016 nicht mehr.

+++ 6.50 Uhr: Wegen “Shutdowns”: Kanadische Fluglotsen spenden Pizza für US-Kollegen +++ 

Wegen des Regierungsstillstands in Washington haben sie seit Wochen kein Gehalt mehr gesehen, doch nun erhalten etliche US-Fluglotsen wenigstens etwas Unterstützung von nördlich der Grenze. Kanadische Fluglotsen hätten für ihre Kollegen in den USA in den letzten Tagen hunderte Pizzen gekauft, berichtete der kanadische öffentlich-rechtliche Sender CBC. Die US-Controller dankten den Kanadiern, mit denen sie täglich bei der Überwachung des nordamerikanischen Luftraums zusammenarbeiten, für diesen “wahren Beweis der Solidarität”.

Die Haushaltssperre in den USA hatte am 22. Dezember begonnen. Hintergrund des “Shutdowns” ist der Streit zwischen Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten über das vom Präsidenten geforderte Geld zum Bau einer Mauer an der Südgrenze der Vereinigten Staaten. Auf welchem Weg die Pizzen zu den hungrigen Fluglotsen gelangten, erwähnte der Bericht nicht.

+++ 5.42 Uhr: Zweite Blackbox von abgestürzter Lion-Air-Maschine gefunden +++

Zweieinhalb Monate nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air ist auch die zweite Blackbox gefunden worden. Taucher entdeckten den Cockpit-Stimmrekorder am Morgen, wie ein Behördenleiter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Wenige Tage nach dem Absturz der Passagiermaschine hatten Taucher bereits den Flugdatenschreiber bergen können. Die beiden Blackboxes sind bei der Aufklärung der Ursache von Flugzeugabstürzen von zentraler Bedeutung.

Die Lion-Air-Maschine war am 29. Oktober kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. Alle 189 Insassen kamen ums Leben. Ein vorläufiger Untersuchungsbericht ergab im November, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen. Es hatte Probleme mit der Geschwindigkeitsanzeige und den AOA-Sensoren, die Daten dazu liefern, in welchem Winkel der Wind über die Flügel streicht und wie viel Auftrieb ein Flugzeug erhält. Auf eine Absturzursache legten sich die Ermittler aber nicht fest.

+++ 5.06 Uhr: Podolski findet Reaktionen auf Ribérys Gold-Steak zu extrem +++

Fußball-Profi Lukas Podolski hält den Hype um die Gold-Steak-Affäre von Franck Ribéry für überzogen. “Soll jeder sein Leben so leben, wie er es für richtig hält. Ob er sich was zu essen holt, sich ein Auto kauft oder zu welchem Verein er wechselt – das ist mir egal”, sagte der 33 Jahre alte Ex-Nationalspieler in Gummersbach. “Zum Steak habe ich dieselbe Meinung. Ob das Steak golden ist oder silber oder bronze, das ist mir eigentlich scheißegal. Ich glaube, er ist dadurch kein anderer Mensch, wenn er sich ein Gold-Steak reinhaut oder einen Döner isst.”

Witzige Parodie für guten Zweck: Nach Ribérys Prollsteak: Frankfurter Basketballteam veräppelt den Fußballer

Podolski findet Ribérys Aktion, der in der Vorwoche mit seinem Post in den sozialen Medien zum Teil große Empörung ausgelöst hatte, “nicht so dramatisch”. Aber auch die Reaktionen im Internet sowie die mediale Berichterstattung seien übertrieben. “Das ist in Deutschland extrem. Wenn ich als Lukas Podolski jetzt einen Döner esse, sagen sie: Bow, was für ein geiler Typ! Und wenn ich mir am nächsten Tag ein goldenes Steak reinhaue, heißt es: Was ist das denn für ein Arschloch?” Dass der Franzose anschließend seine Kritiker im Netz übel beleidigte, findet der Offensiv-Spieler von Vissel Kobe aber nicht gut: “Im Nachhinein weiß er auch, dass er da vielleicht zu früh oder zu schnell reagiert hat.”

+++ 2.53 Uhr: Immer weniger Flüchtlinge kehren über Förderprogramme in Heimat zurück +++

Die Zahl der Flüchtlinge, die über ein Förderprogramm der Bundesregierung freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, ist offenbar in den letzten drei Jahren deutlich gesunken. Von Januar bis Ende November 2018 hätten 15.089 Menschen das Angebot in Anspruch genommen, berichtet die “Rheinische Post” unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Im gesamten Jahr 2017 zählte die Behörde demnach 29.522 freiwillige Rückkehrer, 2016 waren es sogar 54.006. “Die – im Vergleich relativ hohe – Zahl der bewilligten freiwilligen Ausreisen des Jahres 2016 ist im Zusammenhang mit den in diesem Zeitraum historisch hohen Zugangszahlen von in Deutschland schutzsuchenden Menschen zu sehen”, sagte eine Sprecherin des Bamf der “Rheinischen Post”.

Die Zahlen der Behörde beziehen sich ausschließlich auf die von Bund und Ländern angebotenen Programme für Rückkehrer. Dabei werden die Reisekosten von Rückkehrwilligen übernommen und je nach Fall auch eine weitere Reisebeihilfe und ein Startgeld für das neue Leben im Heimatland.

+++2.22 Uhr: Super-Bowl-Champion Philadelphia scheitert im Playoff-Viertelfinale +++

Die Philadelphia Eagles aus der US-Football-Liga NFL haben den Einzug in das Playoff-Halbfinale verpasst. Der Titelverteidiger scheiterte im Viertelfinale an den New Orleans Saints mit 14:20 (14:10). Eagles-Quarterback Nick Foles konnte sein Team mit zwei Touchdowns (Pass, Lauf) im ersten Viertel zwar mit 14:0 in Führung bringen, im Anschluss punkteten allerdings nur noch die Gastgeber.

New Orleans Quarterback Drew Brees überzeugte mit 301 Pass-Yards, zwei Touchdowns und einer Interception im NFC-Divisional-Spiel. Für die Entscheidung zugunsten der Saints sorgte Defensivspieler Marshon Lattimore, der knapp zwei Minuten vor dem Ende der Partie seine zweite Interception verbuchen konnte. Super-Bowl-Held Foles beendete die Partie mit 201 Pass-Yards, einem Touchdown und zwei Interceptions. Im Finale der NFC empfangen die an Nummer eins gesetzten Saints am kommenden Sonntag die Los Angeles Rams.

+++ 0.54 Uhr: Trump droht Türkei mit wirtschaftlicher Zerstörung +++

Donald Trump hat die Türkei im Falle eines Angriffs auf kurdische Truppen in Nordsyrien vor einer “wirtschaftlichen Zerstörung” gewarnt. Die Türkei werde “wirtschaftlich zerstört” werden, wenn sie die Kurden angreife, schrieb der US-Präsident auf Twitter. “Gleichzeitig will ich auch nicht, dass die Kurden die Türkei provozieren”, fügte er in einer weiteren Nachricht hinzu. Trump sprach zudem von der Schaffung einer Sicherheitszone von 32 Kilometern, führte das aber nicht näher aus. 

Die mit den USA alliierten Kurden in Nordsyrien fürchten nach dem Rückzug der US-Soldaten aus dem Land einen Angriff der Türkei. Ankara sieht die kurdischen Kämpfer als Terroristen und verlängerten Arm der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst am Dienstag erklärt, sehr bald zur Tat schreiten zu wollen, “um diese Terrororganisationen auf syrischem Boden zu neutralisieren”.

+++ 0.14 Uhr: Weber kritisiert AfD als “deutsche Brexit-Partei” +++ 

Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei für die Europawahl im Mai, Manfred Weber, hat vor einem Erstarken der AfD gewarnt. “Mit der AfD würden wir auch in Deutschland britische Verhältnisse bekommen. Das ist die deutsche Brexit-Partei”, sagte der Vize-Vorsitzende der CSU der “Bild-Zeitung”. Die AfD hattegestern auf ihrer Europawahlversammlung im sächsischen Riesa ihr Programm für die Europawahl beschlossen. Darin hält die Partei Deutschlands Austritt aus der EU für unausweichlich, falls sich diese in absehbarer Zeit nicht radikal verändert. Im Leitantrag war der “Dexit” als Möglichkeit bereits nach einer Legislaturperiode vorgesehen gewesen.

Den bevorstehenden Austritt Großbritanniens bezeichnete Weber als “Tragödie” und fügte hinzu: “Eine solch verfahrene Situation, einen solch selbst verursachten Schlamassel habe ich in meiner politischen Laufbahn noch nie erlebt. Wer wissen will, was passiert, wenn man den Populisten und Nationalisten folgt, der findet die Antwort beim Brexit.”

André Poggenburg steht am Rednerpult und gestikuliert mit seiner linken Hand