Traunstein-Ersteiger, Gmunden-Mäzen

Traunstein-Ersteiger, Gmunden-Mäzen

War Gmunden sehr zugetan: Kaiser Maximilian kaufte unter anderem das Heilige Bründl. Bild: Kunsthistorisches Museum Wien

GMUNDEN. Am vorgestrigen Samstag jährte sich zum 500. Mal der Todestag von Kaiser Maximilian.

Vor genau 500 Jahren, am 12. Jänner, starb in der Welser Burg der römisch-deutsche Kaiser Maximilian I. (1459–1519). Der “letzte Ritter”, wie er auch genannt wird, war der Stadt Gmunden eng verbunden und weilte hier oft zu Gast.

Meistens galt es, im Salzamt und in den Salinen nach dem Rechten zu sehen und Regelungen zu treffen. So verfügte Maximilian beispielsweise 1509, dass die Salzschiffe fortan die Donau und die Traun aufwärts wieder zurückzuziehen waren. Mit diesem “Zillengegentrieb” sollte der Waldbestand des Salzkammergutes geschont werden.

Einer der ersten und besonders wichtigen Besuche hatte bereits 1493 stattgefunden. Damals, am 24. Juni, unterzeichnete der berühmte Habsburger in den Räumen der heutigen K-Hof-Museen in Gmunden den Ehevertrag mit seiner zweiten Gemahlin Bianca Maria Sforza aus Mailand. Eine Gedenktafel, die dort bis zum K-Hof-Umbau vor zehn Jahren existierte, soll wieder angebracht werden.

Mitte November 1506 schrieb der Regent ein Stück regionale Alpinismusgeschichte. Aus dem Tagebuch seines Begleiters Johann Cuspinian geht hervor, dass Maximilian am 14. November um 6 Uhr früh mit wenigen Adeligen und Jägern den “sehr hohen Berg Traunstein” erstmals bestieg und erst um 7 Uhr am Abend von dieser Gämsenjagd zurückkehrte.

1514 schloss der Kaiser in Gmunden einen Freundschaftsvertrag mit dem russischen Zaren. Im Jahr darauf erwies er sich als Wohltäter, indem er das Heilige Bründl kaufte und dessen Trinkwasser in einem Rohrstrang ins landesfürstliche Amthaus, den Kammerhof, leiten ließ – “zu Nutz’ gemainer Stadt daselbst”, wie es in der Chronik heißt. Ein altes Gemälde zeigt den einsteigen Kaiser-Max-Brunnen beim Trauntor.

Ein mehrmals renoviertes Wappenfresko in der Polizeihaus-Arkade des Gmundner Trauntores erinnert bis heute an Maximilian. Es stammt aus dem Jahr 1490 und weist auf einige Erblande hin, die dieser zeitlebens auf Wanderschaft befindliche Kaiser wie kaum ein anderer mit großem Geschick ausweitete. Erkennbar sind im Herzschild des Adlers Österreich, Ungarn, Tirol und Görz und rundherum die Wappen von Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten, Krain und der Windischen Mark.

Das bekannteste Porträt des “letzten Ritters” schuf Albrecht Dürer in Maximilians Todesjahr 1519.