Oper GrazWiederbelebte „Martha" bleibt blass

“Martha” in der Grazer Oper © Werner Kmetitsch/Grazer Oper

In den hinteren Winkeln des Stückefundus, einer dunklen Ecke, in der dick Staub liegt, hat die Grazer Oper für ihre jüngste Produktion nachgesehen und „Martha“ hervorgezaubert. Friedrich von Flotows vormaliges Erfolgsstück, in dem die Romantik sozusagen auf Biedermeier-Größe zurückgestutzt und von starkem französischen Einfluss geprägt ist. Ein melodienseliges Stück über gelangweilte Damen, die sich auf einem Markt für Dienstboten verdingen und allerlei heitere Abenteuer erleben, die sich vermutlich auch ganz gut als eine Geschichte eines emanzipatorischen Ausbruchs aus gesellschaftlichen und geschlechtlichen Normen erzählen ließen.