Neuschnee und Lawinengefahr: Situation in Salzburg spitzt sich zu

Die Wettervorhersagen für Salzburg und auch für das benachbarte Bayern verheißen nichts Gutes. Neuschnee ist angesagt und es soll kälter werden.

Allein im Bundesland Salzburg waren 17.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

Ein Blick auf das Wetter in den kommenden Stunden: Am Montag überwiegen die Wolken und es ist sehr windig. Tagsüber kühlt es ab und der Regen geht bis Mittag verbreitet in Schneefall über. Das berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Am meisten Niederschlag fällt im Pinzgau und Tennengau. Die Temperaturen fallen auf bis zu -4 Grad.

32 Schulen haben ganz geschlossen. Vier Salzburger Schulen haben am Montag Notbetrieb, drei haben keinen Unterricht, bieten aber Betreuung an.

Zur Verkehrslage: “Hotspot” war Montag früh die A10. Zwischen dem Tauerntunnel und Zederhaus bleiben immer wieder Lkw hängen. Ohne Ketten geht es dort nicht. Es kommt auch niemand an den Lkw vorbei, Pkw müssen warten.

Infos zur aktuellen Verkehrssituation finden Sie hier.

Starker Wind fordert Einsatzkräfte

Die Windspitzen der vergangenen Nacht im Land Salzburg erreichten teilweise höhere Spitzenwerte als prognostiziert. Heute früh wurden um 5.00 Uhr in Zell am See 62 km/h registriert. Spitzenwerte wurden auf der Rudolfshütte mit 158 km/h gemessen, in Obertauern waren es 118 km/h und am Flughafen 78 km/h. In den kommenden Stunden ist mit weiteren Niederschlägen und Wind zu rechnen.

Im Flachgau ist in der Nacht auf Montag etwa in Seekirchen ein Carport eingestürzt; mehrere Keller mussten ausgepumpt werden. Zahlreiche Windwürfe sind nun zu befürchten. Ein Baum hält sonst 80 km/h aus, mit dem Schnee, der bereits liegt, werden es 40 oder 50 km/h sein.

Indes ist eine Nassschneelawine bei Schneizelreuth in Bayern abgegangen, verletzt wurde niemand. Die B305 wird bis Mittag gesperrt bleiben.

Spontane Lawinenabgänge jederzeit möglich

Aufgrund der Niederschläge ist die Gefahr von Lawinen nach wie vor sehr groß. Spontane, große Abgänge sind jederzeit möglich. Es herrscht Lawinenwarnstufe 5 in den Hohen Tauern und in den übrigen Gebieten Stufe 4. Das berichtet das Land Salzburg Montag früh in einer Aussendung.

Gemeinden in Salzburg und ganz Österreich weiter abgeschnitten

Orte wie Lech und Zürs waren wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihren Webseiten mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg war wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist gesperrt.

In Teilen Österreichs wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden am Sonntag in Innsbruck mit. Die Österreichische Bundesbahn meldete wegen des Wetters und der hohen Lawinengefahr vielerorts Einschränkungen und Zugausfälle mit Schienenersatzverkehr.

Bahn rechnet auch am Montag mit Einschränkungen

Auch am Montag rechnet die Bahn mit Einschränkungen. Zwischen Saalfelden und Hochfilzen, Bischofshofen und Stainach-Irdning und am Pass Lueg auf der Salzburg-Tiroler-Bahn war am Sonntag kein Zugverkehr möglich. Die ÖBB haben einen Schienenersatzverkehr eingerichtet, der aufgrund der Sperre der parallel zur Bahnstrecke am Pass Lueg verlaufenden Salzachtalstraße sowie weiterer Streckensperren u.a. im Ennstal eine große Herausforderung darstellte.

Für Auskünfte zu den Reisezeiten können Reisende sich unter der Telefonnummer 05-1717 informieren.

Quelle: SN