Lawinen bei Balderschwang und Inzell – Neuschnee erwartet

Schnee lastet schwer auf Dächern

Derzeit sind mehrere tausend Einsatzkräfte dabei, Dächer abzuschaufeln. Feuerwehr- und THW-Kräfte setzen die Prioritäten in enger Absprache mit den Lawinenkommissionen fest, damit sich die Helfer nicht gefährden, so der Einsatzleiter eines Münchner Kontingents. In den Hochlagen hat es wieder viel Neuschnee gegeben. In großen Teilen kommen die Einsatzkräfte in ihren schweren Fahrzeugen nur mit Ketten voran.

Schneefrei in vielen Landkreisen

In Schwaben, Oberbayern und Niederbayern bleiben viele Schulen heute noch aus Sicherheitsgründen geschlossen. In den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Oberallgäu sowie der Stadt Kempten findet bis einschließlich Dienstag kein Unterricht statt. Im Landkreis Traunstein wurde bis mindestens Mittwoch schneefrei gegeben.

In fünf oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Berchtesgadener Land gilt seit Tagen der Katastrophenfall – und der wird wohl zunächst bestehen bleiben.

Hochgelegene Bahnstrecken bleiben gesperrt

Auch hochgelegene Bahnstrecken sind noch gesperrt, vor allem in den Landkreisen mit besonders viel Schnee, in denen immer noch der Katastrophenfall gilt. So Im Allgäu-Werdenfelsnetz von Garmisch-Partenkirchen, im Berchtesgadener Land und im Oberland südlich von Holzkirchen, im Bereich der Oberlandbahn. Es gelten die Bahnsperrungen der letzten Tage weiter.

Am Vormittag wird die Lage neu beurteilt, sagte ein Bahnsprecher. Eine neue Sperrung im Westallgäu trifft jetzt auch den Fernverkehr. Wer von München nach Zürich will, muss bis zu einer Stunde mehr einplanen, weil im Allgäu zwischen Oberstaufen und Lindau gesperrt ist und die Bahn Züge umleitet.

Lage in Österreich spitzt sich zu

Die österreichischen Orte Lech und Zürs waren wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihren Webseiten mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg war wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist gesperrt. Allein im Bundesland Salzburg waren 17.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

In Teilen Österreichs wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden am Sonntag in Innsbruck mit. Die Österreichische Bundesbahn meldete wegen des Wetters und der hohen Lawinengefahr vielerorts Einschränkungen und Zugausfälle mit Schienenersatzverkehr.  

Auch in der Schweiz war die Lage angespannt: Die Lawinengefahr wurde vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in mehreren Gebieten auf die höchste Stufe angehoben. Bis Montagabend werden vom östlichen Berner Oberland bis in den Alpstein, im nördlichen Oberwallis und in der Silvretta weitere 60 bis 100 Zentimeter Schnee erwartet.