Beliebter Skiort in Bayern von der Außenwelt abgeschnitten – 1.300 Menschen

Nach einem Lawinenabgang auf eine Kreisstraße sitzen rund 1.300 Einwohner und Touristen im Wintersportort Balderschwang im Allgäu fest. Verletzte gab es offenbar nicht.

Zwischen den bayerischen Wintersportorten Gschwend und Balderschwang im Allgäu ging am Sonntag eine Lawine ab. Dadurch wurde die Verbindungsstraße auf einem Abschnitt von 150 Metern zugeschüttet. Rund 1.300 Einwohner und Touristen sitzen nun fest. Das teilte die Polizei Oberstdorf mit.

Wegen der Lawinengefahr ist der Riedbergpass vorsorglich gesperrt worden, dadurch ist die einzige Verbindung von deutscher Seite zu dem beliebten Skiort blockiert, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Zufahrt aus Österreich ist nicht mehr möglich. Die Versorgung der Menschen ist aber gesichert, auch die Stromleitungen ist intakt, hieß es. Eine Evakuierung ist vorerst nicht geplant. Wann Balderschwang wieder erreichbar sein wird, ist unklar.

In den schneereichen Alpen sind am Wochenende mindestens fünf Menschen gestorben. Drei Skifahrer aus Süddeutschland kamen im österreichischen Lech unter einer Lawine ums Leben, ein vierter aus der Gruppe wurde am Sonntagnachmittag noch vermisst. Die vier befreundeten Skifahrer waren für eine Skitour nach Lech gereist und am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute unterwegs.

Bei einer Lawinensprengung in den französischen Alpen starben zwei Pistenarbeiter. Die Männer hantierten am Sonntag mit Sprengstoff, als es aus zunächst ungeklärter Ursache zur Explosion kam.

In den bayerischen Alpen ist das seit Tagen andauernde Schneechaos noch lange nicht vorbei. Seit der Nacht zum Sonntag schneite es in den Katastrophenregionen im Süden des Freistaates weiter. Bei Plusgraden begann es zudem mancherorts zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden – eine zusätzliche Belastung für die Hausdächer.

Die Menschen in fünf oberbayerischen Landkreisen – wo seit Tagen der Katastrophenfall gilt – mussten mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen. Die Meteorologen rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten. Von Montag an soll es wieder kälter werden – dann könnte örtlich mehr als ein Meter Neuschnee fallen. In den Alpen herrscht erhebliche Lawinengefahr. An zahlreichen Schulen wird auch am Montag der Unterricht ausfallen