SCB und Zug gewinnen, ZSC verliert empfindlich

Der HCD kommt nicht vom Fleck, der ZSC kassiert eine empfindliche Heimniederlage und Bern holt wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze.

Nach einem schwachen Auftritt verlieren die ZSC Lions zuhause gegen das nicht eben formstarke Genève-Servette 0:2. Der Meister wirft Rätsel auf. Ist sich jeder der doch eher prekären Tabellensituation bewusst? Das Team von Coach Serge Aubin machte am Samstagabend nicht den Eindruck. Nach einem blutarmen Auftritt ohne Emotionen und Durchschlagskraft bugsierte Servette, das die letzten drei Spiele mit einem Torverhältnis von 2:13 verloren hatte, die Zürcher aus den Playoff-Rängen.

Bereits in der 7. Minute hatte John Fritsche nach einem Puck-Verlust Maxim Noreaus in Führung gebracht, kurz vor Spielmitte doppelte PostFinance-Topskorer Tanner Richard in Überzahl nach. Die Reaktion der Lions: praktisch inexistent. Servette-Goalie Gauthier Descloux wehrte für seinen dritten Shutout der Saison 27 Schüsse ab.

Natürlich weisen die ZSC Lions drei Spiele – und nur einen Punkt – weniger auf als die Genfer. Und natürlich überzeugten sie im letzten Herbst ebenso wenig, ehe sie nach dem Trainerwechsel zu Hans Kossmann in den Playoffs zur Topform aufliefen. Rätselhaft sind schwache Auftritte wie am Samstag dennoch. Die gut 9’100 Fans im Hallenstadion quittierten ihn jedenfalls mit einem Pfeifkonzert.

Zugs Entscheidungstor kurz vor Schluss

Zug kommt gegen den kriselnden HC Davos zu einem erwarteten, aber zu knappen 2:0-Sieg. HCD-Goalie Gilles Senn, ein Fehlentscheid und die fehlende Effizienz verhindern eine frühere Entscheidung. Bis 29 Sekunden vor Schluss mussten die Zuger zittern, ehe Garrett Roe den Puck zum 2:0 ins verlassene Tor schieben konnte. Die Davoser hatten sich mit viel Leidenschaft verteidigt, am Ende war die Zuger Übermacht aber zu gross. Der Treffer in doppelter Überzahl durch den Kanadier David McIntyre in der 34. Minute reichte, weil die Bündner offensiv zu harmlos auftraten. Gerade mal 15 Schüsse musste EVZ-Goalie Tobias Stephan für den Shutout in seinem 750. NLA-Spiel abwehren.

Senn hält wiederholt bravourös

Auf der anderen Seite wehrte sich Gilles Senn, der erst zum vierten Mal in dieser Saison den Vorzug gegenüber Anders Lindbäck erhielt, nach Kräften und hielt immer wieder bravourös. Der Schiedsrichter anerkannte in der 39. Minute das vermeintliche 2:0 durch Dennis Everberg nicht, obwohl der Davoser Perttu Lindgren den Puck klar hinter der Torlinie wegschlug. Es spielte am Ende keine Rolle, Senns 39 Paraden blieben ein Muster ohne Wert.

Die Playoffs rücken für den HC Davos immer weiter in die Ferne. Bereits 18 Punkte beträgt der Rückstand des Tabellen-Vorletzten mittlerweile auf den 8. Platz. Auch der Rücktritt von Coach Arno Del Curto brachte keine Wende. Im Gegenteil: Sämtliche drei Meisterschaftsspiele sowie der Cup-Viertelfinal gingen seither verloren.

SC Bern gewinnt und baut Vorsprung auf Biel aus

Der SC Bern baut seinen Vorsprung an der Spitze der National League aus. Er gewinnt gegen Rapperswil-Jona, während Biel gegen Fribourg-Gottéron 1:4 verliert.

Der SC Bern scheiterte zwar immer wieder an Lakers’ Goalie Melvin Nyffeler, doch am Ende reichten zwei Powerplay-Tore zum hoch verdienten 2:1-Sieg. Der Kanadier Zach Boychuk und Captain Simon Moser trafen zu Beginn des zweiten respektive letzten Drittels.

Fribourg-Gottéron siegt dank Reto Berra

Der EHC Biel dominiert die Heimpartie gegen Fribourg-Gottéron phasenweise nach Belieben – jedoch siegen die Freiburger 4:1. Reto Berra legt mit 39 Paraden die Basis zu Gottérons Auswärtssieg.

Am Freitag hatte Reto Berra (4 Gegentore) das Duell gegen Jonas Hiller (Shutout mit 23 Paraden) verloren. 24 Stunden später präsentierte sich ein anderes Bild: Berra hexte sein Team zum Sieg, derweil Hiller (16 Paraden) 4 der ersten 16 Schüsse auf sein Tor passieren lassen musste.

Bieler Defensive nachlässig

Nicht Hiller trug aber die Schuld an der Bieler Niederlage. Die Seeländer verteidigten nach zuletzt drei Siegen nachlässig. Beim 0:1 verlor Rajan Sataric die Scheibe an Torschütze Julien Sprunger. Und bei den drei weiteren Goals wurden die Torschützen Lukas Lhotak (2:1 und 3:1) und Charles Bertrand sträflich freigelassen. Für den französischen Internationalen Bertrand, der schon in Schweden (Färjestads), Finnland (Ässät Pori und Kärpät Oulu) und zuletzt in der KHL (Nowosibirsk) gespielt hat, war es der erste Torerfolg auf Schweizer Eis. Die Goals vom 2:1 zum 4:1 erzielte Freiburg innerhalb von 102 Sekunden.

Keine Hauptrollen spielten diesmal Jacob Micflikier, der aus der Gästekabine nach Biel zurückkehrte, und der Bieler Damien Brunner, der in den vorangegangenen drei Partien neun Skorerpunkte gesammelt hatte. Brunner vergab in der Startphase die besten Möglichkeiten, die Partie mit einem frühen Treffer in eine andere Bahn zu lenken.

Ambri revanchiert sich gegen Lugano

Ambri-Piotta bleibt die Nummer 1 im Kanton Tessin. Ambri gewinnt einen Tag nach der 3:5-Niederlage in Lugano das zweite Derby gegen den Erzrivalen in der Valascia mit 3:1.
Das Ende war schon fast kitschig: Die altehrwürdige Valascia ein Tollhaus, rund 200 Vorarlberger im Stadion, die in drei Reisecars angereist waren, um ihren Landsleuten Fabio Hofer und Dominic Zwerger zuzusehen, und dann stellte Zwerger 111 Sekunden vor Schluss mit einem brillanten Solo zum 3:1 Ambris Sieg sicher. Zwerger erzielte im sechsten Spiel hintereinander ein Tor.

Im Finish siegte Ambri auf glückhafte Art und Weise. Lugano dominierte den Schlussabschnitt und traf zweimal bloss den Pfosten. Eine Minute nach dem ersten Pfostenschuss von Julian Walker gelang Ambris Captain Elias Bianchi das wegweisende Führungstor zum 2:1.

Lugano hätte mit einem Sieg den HC Ambri-Piotta in der Tabelle überholen können. Nach dem 1:3 liegen sie drei Punkte unter dem Strich auf Platz 10 und fünf Punkte hinter Ambri (7.) zurück. Um nach vorne zu kommen, muss sich Lugano auswärts steigern. Ein Sieg steht auf fremdem Eis zehn Niederlagen gegenüber. Bloss zweimal in elf Partien erzielte Lugano auswärts drei oder mehr Tore.

Telegramme und Resultate

ZSC Lions – Genève-Servette 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

9158 Zuschauer. SR Wiegand/Koch, Kovacs/Cattaneo.

Tore: 7. Fritsche (Bozon) 0:1. 30. Richard (Ausschluss Berni) 0:2.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 3mal 2 Minuten gegen Servette.
ZSC Lions: Schlegel; Noreau, Geering; Klein, Berni; Karrer, Marti; Phil Baltisberger; Pettersson, Suter, Herzog; Bodenmann, Backman, Hollenstein; Chris Baltisberger, Prassl, Bachofner; Hinterkircher, Ulmann, Schäppi; Miranda.
Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Bezina; Vukovic, Martinsson; Mercier, Kast; Wick, Almond, Rod; Simek, Richard, Winnik; Rubin, Romy, Douay; Fritsche, Berthon, Bozon; Maillard.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Cervenka, Nilsson, Shore, Sutter und Wick (alle verletzt), Servette ohne Tömmernes, Bouma, Wingels, Skille, Fransson, Antonietti und Völlmin (alle verletzt). Timeout ZSC Lions (60.), ab 58:05 ohne Goalie.

Zug – Davos 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). SR Tscherrig/Lemelin, Castelli/Ambrosetti.

Tore: 34. McIntyre (Everberg, Martschini/Ausschlüsse Du Bois, Marc Wieser) 1:0. 60. (59:31) Roe 2:0 (ins leere Tor).
Strafen: 3mal 2 plus 10 (Zehnder) Minuten gegen Zug, 5mal 2 plus 10 (Du Bois) Minuten gegen Davos.
Zug: Stephan; Diaz, Stadler; Thiry, Alatalo; Morant, Zgraggen; Schlumpf, Zryd; Lammer, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Widerström, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.
Davos: Senn; Nygren, Barandun; Bachofner, Du Bois; Stoop, Heldner; Buchli, Jung; Marc Wieser, Lindgren, Meyer; Rödin, Ambühl, Pestoni; Frehner, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Egli.
Bemerkungen: Zug ohne Klingberg und Leuenberger, Davos ohne Paschoud, Corvi (alle verletzt), und Hischier (krank). Zug-Goalie Stephan für sein 750. NLA-Spiel geehrt. Pfostenschüsse: Diaz (38.); Ambühl (46.). Timeout Davos (60.), von 59:11 bis 59:31 ohne Goalie.

Biel – Fribourg-Gottéron 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)

6448 Zuschauer. SR Eichmann/Salonen, Fuchs/Stuber.

Tore: 9. Sprunger (Micflikier) 0:1. 21. Pouliot (Rajala, Salmela/Ausschluss Slater) 1:1. 26. Lhotak (Marchon, Walser) 1:2. 42. Lhotak (Bykow) 1:3. 44. Bertrand (Stalder) 1:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 6mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.
Biel: Hiller; Egli, Salmela; Kreis, Sataric; Moser, Maurer; Petschenig; Brunner, Fuchs, Earl; Pedretti, Pouliot, Rajala; Riat, Diem, Hügli; Schmutz, Neuenschwander, Tschantré; Künzle.
Fribourg-Gottéron: Berra; Holös, Chavaillaz; Schneeberger, Schilt; Abplanalp, Stalder; Marco Forrer; Rossi, Slater, Marchon; Bertrand, Bykow, Mottet; Sprunger, Walser, Micflikier; Meunier, Schmutz, Vauclair; Lhotak.
Bemerkungen: Biel ohne Forster, Fey und Lüthi, Fribourg-Gottéron ohne Sandro Forrer, Furrer und Miller (alle verletzt). – Lattenschuss Rajala (28.). – Timeout Biel (59.).

Ambri-Piotta – Lugano 3:1 (1:0, 0:1, 2:0)

6500 Zuschauer (ausverkauft). SR Hebeisen/Kaukokari, Progin/Wüst.
Tore: 4. Guerra (Kostner) 1:0. 31. Hofmann (Sannitz/Ausschluss Kienzle) 1:1. 47. Bianchi (Trisconi) 2:1. 59. Zwerger (Kubalik) 3:1.
Strafen: 7mal 2 plus 10 Minuten (Guerra) gegen Ambri-Piotta, 8mal 2 Minuten gegen Lugano.
Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Dotti; Fischer, Guerra; Ngoy, Pinana; Kienzle; Hofer, Novotny, Lerg; Zwerger, Müller, Kubalik; Trisconi, Kostner, Bianchi; Kneubühler, Goi, Lauper; Mazzolini.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Loeffel, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Lajunen, Lapierre, Hofmann; Sannitz, Walker, Jörg; Bürgler, Morini, Klasen; Fazzini, Romanenghi, Bertaggia; Reuille.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Jelovac, Fora, D’Agostini und Incir, Lugano ohne Ronchetti, Cunti, Sartori (alle verletzt) und Haapala (überzähliger Ausländer). – Pfostenschuss Kostner (9.).

Rangliste: 1. Bern 23/44 (69:43). 2. Biel 24/43 (80:63). 3. Zug 22/42 (69:49). 4. Lausanne 25/40 (69:60). 5. SCL Tigers 23/38 (64:56). 6. Fribourg-Gottéron 24/38 (67:63). 7. Ambri-Piotta 23/37 (62:66). 8. Genève-Servette 24/35 (63:72). 9. ZSC Lions 21/32 (51:57). 10. Lugano 22/32 (69:56). 11. Davos 23/20 (49:86). 12. Rapperswil-Jona Lakers 24/16 (39:80). (var/sda)

Erstellt: 08.12.2018, 23:05 Uhr