Deutscher Menschenrechts-Filmpreis zeichnet Flüchtlingsdrama "Styx" aus

Das politisch brisante Filmdrama “Styx” von Regisseur Wolfgang Fischer erzählt von einer ambitionierten Alleinseglerin, die auf hoher See mit einem in Seenot geratenen Flüchtlingsboot konfrontiert wird. Mit knapper Not kann sie einen 14-jährigen Flüchtling in ihr Boot retten. Die anderen Schiffbrüchigen muss sie ihrem Schicksal überlassen, um sich nicht selbst in Gefahr zubringen. Das Drama ist einer von sechs Filmen, die mit dem deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2018 geehrt werden.  

Ebenfalls ausgezeichnet wird eine aktuelle Dokumentation über einen im Irak-Krieg traumatisierten US-Soldaten. Der junge Kriegsveteran, der sich nach den Anschlägen vom 11. September freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte, kommt als seelisches Wrack in seine Heimatstadt zurück und verliert allmählich die Kontrolle über sein Leben.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis - Joe Boots (Johannes Waltermann )

Schwer traumatisiert vom Grauen des Irakkriegs: US-Soldat “Joe Boots”

Verantwortung für Filmemacher 

Die Geschichte eines einzelnen Menschen lasse uns mitfühlen und sensibilisiere uns für die immer noch alltäglichen Menschenrechtsverletzungen überall auf der Welt, sagte der ehemalige Bundespräsident Jochaim Gauck im Vorfeld der Preisverleihung. “Daraus erwächst eine Verantwortung für Filmschaffende, die der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis nun bereits zum elften Mal würdigt.”

Vergeben wird der Preis seit 1998 im Zwei-Jahres-Turnus. 2018 sind insgesamt 382 Filme unterschiedlichster Machart für die sechs Wettbewerbs-Kategorien eingereicht worden. DW-Chefredakteurin Ines Pohl war in diesem Jahr Jury-Mitglied für die Kategorie “Profi / Magazinbeitrag”. 

Die Preisträger 2018:

Kategorie Langfilm: Kinofilm “Styx” von Regisseur Wolfgang Fischer

Kategorie Kurzfilm: Dokumentarfilm “Joe Boots” von Florian Baron

Kategorie Magazinbeitrag: “Erst integrieren, dann abschieben: Deutschlands absurde Asylpolitik” (2017) von Naima El Moussaoui und Ralph Hötte

Kategorie Hochschule: “Thinking Like A Mountain” von Alexander Hick

Kategorie Amateur: “Just A Normal Girl” von Vanessa Ugiagbe und Yasemin Markstein

Kategorie Bildung: “Sind sie sicher?” aus der TV-Serie “Der Tatortreiniger”, Regie: Arne Feldhusen

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis - Tatortreiniger (LETTERBOX FILMPRODUKTION GmbH/NDR )

Preisträger in der Kategorie Bildung: “Der Tatortreiniger”, Regie: Arne Feldhusen

“In den eingereichten Filmen wurde erneut sichtbar, dass Menschenrechte weiter unter Druck stehen – in Europa, aber auch weltweit”, sagte Klaus Ploth, Mitglied des Veranstalterkreises des Wettbewerbs. Der Wettbewerb spiegele auch “die Vielfalt behandelter Themen wider, die vom Themenkomplex Flucht und Integration über Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen bis zu Filmen zum Thema kulturelle Identität reichen”, so Ploth.

Preisverleihung in Nürnberg

Zur Preisverleihung in der Nürnberger Tafelhalle reisen zahlreiche Prominente an. Die Laudatio auf die Preisträger hält die Schauspielerin und Präsidentin der Deutschen Filmakademie Iris Berben, Festredner ist Schirmherr Joachim Gauck. “Wir wissen: Mit einem Bild oder einem Film lässt sich mehr sagen, als mit vielen Worten, Berichten oder Statistiken”, so der Bundespräsident a.D.

21 Veranstalter tragen und organisieren den politisch ambitionierten Filmwettbewerb. Darunter bundesweit aktive Menschenrechtsorganisationen und  Kultur-, Medien- und Bildungsinstitutionen, sowie die Kirchen und Gewerkschaften. Der Filmpreis wird am Vorabend des Internationalen Tages der Menschenrechte verliehen und ist mit jeweils 2500 Euro dotiert.