+++ Wintersport-Telegramm +++: Das ist das Wintersportprogramm am Samstag

+++Ski Aplin+++

Riesenslalom in Val d’Isère, Herren

1. Durchgang 10.00 Uhr (ARD und Eurosport)

2. Durchgang 13.00 Uhr (ARD und Eurosport)

Super-G St. Moritz, Damen (11.15 Uhr/ARD und Eurosport)

Das Comeback von Felix Neureuther beim Riesenslalom von Val d’Isère ist durch die Aufregung um Stefan Luitz ein wenig in den Hintergrund gerückt. Eine Woche nach seinem Premieren-Sieg in Beaver Creek muss der 26-Jährige wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln eine nachträgliche Disqualifikation befürchten. Am Samstag starten darf er aber in jedem Fall. Zwischen den Durchgängen in Frankreich beginnt in der Schweiz auf dem WM-Hang in St. Moritz der Super-G mit Viktoria Rebensburg und Kira Weidle.

+++Biathlon++++

Sprint Pokljuka, Frauen (14.15 Uhr/ARD und Eurosport)

Denise Herrmann hofft über die kürzeste Biathlon-Distanz auf eine gute Schießleistung. Denn kommt die frühere Langläuferin in Pokljuka bei den zwei Schießeinlagen zu recht, gehört sie über die 7,5 Kilometer zu den Podestanwärterinnen. Auch ihr dritter Weltcupsieg ist drin, in der Vorsaison hatte die Oberwiesenthalerin in Östersund Sprint und Verfolgung gewonnen. Franziska Preuß geht nach Platz zehn zum Auftakt im Einzel ebenfalls hoch motiviert ins Rennen. Insgesamt sind sieben Damen im 105 Frauen starken Starterfeld dabei.

+++Bob+++

Zweierbob Sigulda, Männer

1. Lauf 12.00 Uhr

2. Lauf 13.30 Uhr (ab 15.35 Uhr in der ARD)

Nach dem ersten Weltcupsieg ihrer Karriere hat Pyeongchang-Olympiasiegerin Mariama Jamanka für einen starken Auftakt beim Saisonstart in Sigulda gesorgt. Doppel-Olympiasieger Franceco Friedrich will mit seinem neuen Anschieber Alexander Schüller bei den Männern nachlegen. Sein Stammanschieber Thorsten Margis lässt aus Studiengründen den Auftakt aus. Neben den Olympia-Zweiten im Viererbob, Nico Walther, startet erstmals Christoph Hafer im Zweierbob-Weltcup.

+++Skeleton+++

Männer, Sigulda

1. Lauf 8.30 Uhr (ab 09.00 Uhr, ARD)

2. Lauf 10.15 Uhr (ab 11.50 Uhr, ARD)

Im Skeleton-Team vom neuen Bundestrainer Dirk Matschenz geht die Olympia-Zweite Jacqueline Lölling als Titelverteidigerin des Gesamtweltcups an den Start. Sie könnte sich in dieser Saison den dritten Gesamtweltcup in Serie sichern. Bei den Männern musste sich Axel Jungk nur knapp dem südkoreanischen Olympiasieger Yun Sungbin geschlagen geben. Neben Jungk startet der Winterberger Alexander Gassner, der Königsseer Felix Keisinger feiert sein Weltcup-Debüt.

+++Außerdem+++

Die Langläufer sind in Lillehammer unterwegs

Die Rodler bestreiten auf der Olympia-Bahn im kanadischen Calgary die beiden Weltcup-Durchgänge im Frauen-Einzel. Im Anschluss daran geht es in der Team-Staffel um Podiumsplätze. Eine Woche nach dem beinahe sensationell starken Lauf von Janosch Brugger in der Verfolgung von Lillehammer sind die Langläufer nun in Beitostölen gefordert. Auf dem Programm stehen die 30 beziehungsweise die 15 Kilometer, dazu am Sonntag die Staffeln. Am zweiten Tag des Eisschnelllauf-Weltcups im polnischen Tomaszow Mazowiecki will Nico Ihle nach seinem sechsten Platz über 1000 Meter nun auch auf der 500-Meter-Strecke einen Top-10-Platzierung holen.

+++ Rodeln +++

Felix Loch verpasst nach Aufholjagd das Podest knapp

Deutschlands Top-Rodler Felix Loch (Berchtesgaden) hat trotz einer starken Aufholjagd den nächsten Dämpfer der noch jungen WM-Saison kassiert. Der zweimalige Einzel-Olympiasieger kämpfte sich beim Weltcup im kanadischen Calgary nach einem verpatzten ersten Lauf zwar noch vom 13. auf den vierten Rang vor, muss nach der dritten Station des Winters aber weiter auf seinen ersten Sieg warten.

Der Rest des deutschen Teams tat sich noch schwerer. Der Olympia-Dritte Johannes Ludwig (Oberhof) belegte nur den sechsten Platz. Nachwuchsmann Sebastian Bley (Suhl), der nach Rang zwei zur Halbzeit sein erstes Weltcup-Podest im Visier hatte, fiel im zweiten Lauf auf Rang sieben zurück. Chris Eißler (Zwickau) beendete das Rennen auf dem 14. Platz, Max Langenhan (Friedrichroda) kam nicht über Rang 16 hinaus.

+++ Rodeln +++

Doppelsitzer Wendl/Arlt feiert ersten Saisonsieg

Die deutschen Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt haben bei der dritten Weltcup-Station im kanadischen Calgary ihren ersten Saisonsieg eingefahren. Die Olympiasieger von Pyeongchang setzten sich auf der Olympiabahn von 1988 vor ihren Teamkollegen Toni Eggert/Sascha Benecken und den Österreichern Thomas Steu/Lorenz Koller durch. Nach einem enttäuschenden Weltcup-Auftakt in Innsbruck-Igls und dem dritten Platz vor einer Woche in Whistler feierten Wendl/Arlt dank einer erneuten Steigerung einen knappen Erfolg.

„Wir hatten die ganze Woche schon ein gutes Gefühl auf der Bahn. Das konnten wir im Rennen umsetzen. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Wendl. Das Duo hatte nach dem zweiten Durchgang nur 0,091 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierten Eggert/Benecken, die Sieger der Vorwoche. Robin Geueke/David Gamm mussten sich mit Rang elf begnügen.

+++ Biathlon +++

Erik Lesser vergisst Munition und hat zu wenig Schüsse

Nach der Überraschung durch Johannes Kühn im Einzel wollten die deutschen Skijäger im Sprint-Wettkampf überzeugen und sich auch eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag in Pokljuka verschaffen. Für Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer beginnt dann die Weltcup-Saison so richtig, der 31-Jährige war verspätet in Slowenien angekommen. „Ich bin Papa geworden und da wollte ich noch ein paar Tage länger zu Hause bleiben“, sagte er.
Weltmeister Benedikt Doll war im ersten Sprint-Rennen der neuen Biathlon-Saison der beste deutsche Skijäger. Beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö vor dem Franzosen Antonin Guigonnat und dem Russen Alexander Loginow verpasste der 28 Jahre alte Doll nach einer Strafrunde als Fünfter das Podest nur knapp. Die fünf anderen deutschen Skijäger mit Olympiasieger Arnd Peiffer an der Spitze kamen nicht in die Top 25.

Erik Lesser passierte schon vor dem Start ein riesen Missgeschick. Er vergaß nach dem Einschießen, sein Magazin ausreichend aufzufüllen und hatte nicht genug Munition für seine Schüsse.

+++ Eiskunstlauf +++

Amerikaner Nathan Chen gewinnt in Vancouver

Weltmeister Nathan Chen (USA) hat beim Grand-Prix-Finale der Eiskunstläufer in Vancouver die Herren-Konkurrenz gewonnen. Trotz zweier Fehler in der Kür behauptete der 19-Jährige mit 282,42 Punkten seine Führung aus dem Kurzprogramm vor dem japanischen WM-Zweiten Shoma Uno (275,10 Punkte). Der Südkoreaner Cha Junhwan (263,49) belegte Rang drei.

In Abwesenheit sämtlicher Asse der Deutschen Eislauf-Union (DEU) liegen im Eistanz nach dem Rhythmustanz die US-Vizeweltmeister Madison Hubbell/Zachary Donohue vor der abschließenden Kür in Führung (80,53 Punkte). Dahinter folgen Charlene Guignard/Marco Fabbri (Italien/78,30 Zähler) und die Russen Wictoria Sinizina/Nikita Kazalapow (77,33).

Im Paarlauf gehen die Chinesen Cheng Peng/Yang Jin (75,69) als Spitzenreiter vor den russischen Paaren Natalia Zabijako/Alexander Enbert (75,18) und Jewgenia Tarasowa/Wladimir Morozow (74,04) in die entscheidende Kür am Sonntag. Zum Abschluss fällt auch die Entscheidung bei den Damen, die Japanerin Rika Kihira liegt in Führung.

+++ Bob +++

Olympiasiegerin Mariama Jamank holt in Sigulda ersten Weltcupsieg

Bob-Pilotin Mariama Jamanka (Oberhof) hat knapp zehn Monate nach ihrem sensationellen Olympiatriumph auch den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. Die 28-Jährige gewann am Freitag mit Anschieberin Annika Drazek den Saisonauftakt im lettischen Sigulda, Anna Köhler (Winterberg) sorgte mit Lisa Gericke als Dritte für einen hervorragenden Start der deutschen Frauen in den WM-Winter.

Mit mehr als sechs Zehntelsekunden Rückstand auf Jamanka fuhr Nadeschda Sergejewa auf Rang zwei. Die Russin war noch im Frühjahr wegen einer positiven Dopingprobe von den Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen worden, wurde dann aber vom Internationalen Sportgerichtshof CAS freigesprochen. Die Pyeongchang-Vierte Stephanie Schneider (Oberbärenburg) stürzte mit Maureen Zimmer im ersten Durchgang und wurde letztlich Achte von nur acht Starterinnen.

+++ Eischnelllauf +++

Nico Ihle wird über 1000 Meter Sechster – Start von Claudia Pechstein ungewiss

Eisschnellläufer Nico Ihle hat zum Auftakt des dritten Saisonweltcups im polnischen Tomaszow Mazowiecki ein Erfolgserlebnis gefeiert. Der Olympia-Achte aus Chemnitz wurde im Sprint über 1000 Meter in 1:10,719 Minuten guter Sechster. Joel Dufter (Inzell) kam in 1:11,426 Minuten nicht über Rang 14 hinaus.
Ihle war mit seiner Leistung zufrieden: “Ich merke, dass es Schritt für Schritt nach vorne geht”, sagte der 33-Jährige: “Heute habe ich den Fokus auf die Technik gelegt und konnte in der ersten Runde ein paar Körner sparen.”

Den Sieg holte sich der überlegene Russe Pawel Kulischnikow mit einem Bahnrekord von 1:09,238 Minuten. Zweiter wurde der Niederländer Kai Verbij (1:09,921) vor dem Norweger Havard Holmefjord Lorentzen (1:10,076).

Über die 500 Meter musste sich Ihle in 35,330 Sekunden mit Platz elf begnügen. “Wenn ich ein Zehntel schneller laufe, bin ich Fünfter. Das Niveau ist sehr hoch, da täuscht die Endplatzierung”, sagte Ihle. Kulischnikow war in 34,834 Sekunden nicht zu schlagen und drückte damit den Bahnrekord um drei Zehntelsekunden. Zweiter wurde der Japaner Ryohei Haga (34,981) vor Olympiasieger Lorentzen (35,104).

Ob die von Rückenproblemen geplagte Langstreckenspezialistin Claudia Pechstein (Berlin) am Sonntag über 5000 Meter an den Start gehen wird, ist noch unklar. “Wir schauen von Tag zu Tag, ein Einsatz entscheidet sich kurz vor dem Rennen”, sagte der verantwortliche Trainer Daan Rottier.

+++ Ski alpin +++

Stefan Luitz droht nachträgliche Disqualifikation

Stefan Luitz droht wegen eines Regelverstoßes die nachträgliche Disqualifikation für den Riesenslalom in Beaver Creek und damit auch der Verlust seines ersten Weltcupsieges. Der 26 Jahre alte Skirennfahrer hatte zwischen den beiden Durchgängen am vergangenen Sonntag Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement des Skiweltverbandes FIS verstoßen. Die FIS bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag eine Untersuchung, machte zu möglichen Konsequenzen aber keine Angaben.

In den Anti-Doping-Regeln der FIS mit Stand Juli 2016 steht auf Seite 13, dass ein Verstoß gegen diese Regeln automatisch eine Disqualifikation zur Folge hat. Allerdings erlaubt die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada in ihrer Liste der verbotenen Substanzen und Methoden aus diesem Jahr das Einatmen von Sauerstoff. Ob die FIS deswegen nicht auch nur eine Verwarnung aussprechen kann, ist nach dpa-Informationen ebenso unklar wie der Zeitpunkt der Entscheidung.

„Wir haben einen Fehler gemacht, da stehen wir auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass die FIS ihr Reglement an den internationalen Wada-Code nicht angepasst hat“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. „Wir aktzeptieren, wenn man sagt, wir haben einen Regelverstoß gemacht. Aber nicht, dass wir gedopt haben. Wir betrügen nicht.“

(rent/sid/dpa)