So viel Biomüll landet in Vorarlbergs Restmüll-Säcken

Der Umweltverband ortet in Vorarlberg einen Handlungsbedarf bei Störstoffen im Bioabfall, bei Lebensmitteln im Abfall, beim Littering oder bei Re-Use.

Restabfall, Bioabfall, die ganzen Verpackungen, dazu dann und wann Sperrmüll oder Sachen, die vielleicht doch noch brauchbar sind: Abfall und Altstoffe sind ein fixer Bestandteil unseres Alltags. Dass die Menschen in Vorarlberg damit sehr verantwortungsbewusst umgehen und die vorhandenen Systeme nutzen, bestätigt die neue Abfallanalyse des Umweltverbandes. Vorarlberg ist etwa beim geringen Restabfallaufkommen oder bei den Verpackungssammlungen österreichweit Vorbild. Handlungsbedarf gibt es u.a. bei Störstoffen im Bioabfall, bei Lebensmitteln im Abfall, beim Littering oder bei Re-Use.

Vorarlberger Abfallanalyse

Der Umweltverband hat das Technische Büro Hauer Umweltwirtschaft und das Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien mit einer umfassenden Abfallanalyse beauftragt. Nach einem ausgeklügelten Plan wurden in den letzten Monaten kommunale Hausabfälle im Detail untersucht und sortiert.

Insgesamt sind in Vorarlberg im Jahr 2017 rund 30.000 Tonnen Restabfall angefallen. Bei 391.334 Einwohnern ergibt das eine Restabfallmenge von 77 Kilogramm pro Person und Jahr, etwas weniger als bei der letzten Analyse im Jahr 2012. Mit diesem Wert fällt Vorarlberg österreichweit positiv auf, in keinem anderen Bundesland „produzieren“ die Menschen weniger Restabfall. Nach wie vor ist übrigens das Pro-Kopf-Aufkommen an Restabfall in Tourismusgemeinden merklich höher.

Zu viel Biomüll in Restmüll-Säcken

Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen. Die untersuchten Restabfälle sind nur zu 53 Prozent wirklich Restabfall. 28 Prozent des Inhalts von schwarzem Sack bzw. Tonne machen biogene Materialien aus, 18 Prozent sind Verpackungen oder Altstoffe, rund ein Prozent Problemstoffe, Batterien oder Elektrogeräte.

Ein weiterer wunder Punkt: Der biogene Anteil im Restabfall setzt sich fast zur Hälfte aus „Vermeidbaren Lebensmitteln“ zusammen. In diese Kategorie fallen z.B. ganze Teigwarentüten, ungeöffnete Milchprodukte oder Konservendosen, Packungen mit größeren Restinhalten, ganze Semmeln oder Äpfel oder angebissene und angeschnittene Lebensmittel sowie Getränkereste.

Mit 10,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr ist allein schon der Anteil an vermeidbaren Lebensmitteln im Restabfall ähnlich hoch wie die Gesamtmenge an biogenen Abfällen im Restabfall von 11 Kilogramm bei der Analyse 2012. Dazu kommen die Lebensmittel im Bioabfall, die bei dieser Analyse nicht gesondert erhoben wurden. Noch genießbare Lebensmittel machen etwa ein Achtel unseres Restabfalls aus. Ein weiteres Problem im Bioabfall sind die Störstoffe: Vor allem Kunststoffsäckchen und -taschen erschweren die Verwertung.

Abfallanalyse

Abfallanalyse
©Umweltverband

Potenzial bei Wiederverwendung

Viel Potenzial liegt auch im Wiederverwenden von intakten Produkten (Re-Use). Auch 2019 werden in verschiedenen Regionen Re-Use-Tage stattfinden, welche die ganzjährigen Abgabemöglichkeiten bei Partnern wie integra, Lebenshilfe oder Caritas ergänzen. Noch funktionierende Elektrogeräte können ebenfalls ganzjährig auch an den kommunalen Sammelstellen im ganzen Land abgegeben werden.

Abfalltrennung

Abfalltrennung
©Umweltverband