NEOS wählt neuen Landessprecher

NEOS regelt heute bei einer Versammlung der Wiener Mitglieder die Nachfolge von Landessprecherin Beate Meinl-Reisinger. Überraschungen werden keine erwartet. Es gibt mit Christoph Wiederkehr nur einen Kandidaten.

Die Mitgliederversammlung findet in der Albert Hall im achten Bezirk statt. Am Programm stehen neben der Vorstellung und der Wahl des Landessprechers und seines Teams Reden von Meinl-Reisinger und dem designierten neuen Wiener Chef Wiederkehr. Wiederkehr wurde nach dem Wechsel Meinl-Reisingers in den Nationalrat bereits im September Klubvorsitzender im Rathaus.

Christoph Wiederkehr und Beate Meinl-Reisinger

Wiederkehr wurde nach dem Wechsel Meinl-Reisingers in den Nationalrat bereits im September Klubvorsitzender im Rathaus

Nun übernimmt der einstige Vorsitzende der NEOS-Jugendorganisation JUNOS in Wien auch die Parteispitze der Pinken in Wien. Neben dem Landessprecher, seinem Stellvertreter und einem Finanzreferenten gibt es vier weitere Mitglieder, für die acht Anwärter kandidieren. Zudem werden unter 13 Bewerberinnen und Bewerbern sechs Personen für das erweiterte Landesteam gewählt.

Königmacherolle nach der nächsten Wahl?

Wiederkehr ließ bereits mit seinem Wunsch nach einem unabhängigen Bürgermeister nach der nächsten Wiener Wahl aufhorchen. Die nächste Wiener Gemeinderatswahl steht planmäßig im Herbst 2020 auf dem Programm. Sie wird die erste nach der Ära von Ex-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Grünen-Vize Maria Vassilakou sein.

Ob sich dann wieder eine Mehrheit für SPÖ und Grüne ausgeht ist nach derzeitigen parteinternen Umfragen keineswegs fix. Daher könnte NEOS – so es das Bündnis wieder in den Gemeinderat schafft – die Königsmacherrolle zukommen. Wiederkehr fordert daher schon jetzt einen unabhängigen Bürgermeister.

Filzmaier: „Politischer Gag“

Für Politikexperten Peter Filzmaier handelt es sich um einen politischer „Gag“: „NEOS wollen bei dem Bürgermeisterspiel dabei. Die Chance ist bei einer realistisch vier- bis sechstplatzierten Partei aber gering“, so der Experte am Samstag im Ö1-Interview. Die einzige theoretische Möglichkeit sei daher ein unabhängiger Bürgermeister, „daher wurde wohl diese Idee als politisch und auch als Kommunikationsgag erfunden“. Und weiter: „Wahrscheinlich kommt man aber nie in die Situation, sich die Gretchenfrage zu stellen, wer das sein soll und mit wem man dafür eine Allianz eingehen muss.“

Spätestens bei der Allianzsuche wäre Schluss. Denn: Die Wiener Pinken wollen nicht mit der FPÖ, bleibt also wieder nur eine Koalition mit der SPÖ. Und der will man nach der Wahl den Bürgermeistersessel nicht mehr zugestehen.

Link: