Nächster Skandal um den Ballon d'Or

Eine Woche nach der Preisvergabe kommt heraus, dass ein Phantom-Journalist seine Stimme abgab.

Als wäre der Sexismus-Eklat um Siegerin Ada Hegerberg nicht genug gewesen, kommt nun im Zusammenhang mit der Vergabe des Ballon d’Or ein neuer brisanter Aspekt ans Licht. Bei der Stimmabgabe soll gemäss der spanischen Zeitung «Mundo Deportivo» nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein.

Vor der Wahl geben jeweils 176 Journalisten aus genauso vielen Ländern ihre Stimme ab. Jene Stimme von den Komoren wirft allerdings Fragen auf. Toimimou Abdou, Fotograf und ehemaliger Mitarbeiter der Zeitung «Albalad Comores», zeigt sich erstaunt: «Es überrascht mich zu sehen, dass die Zeitung noch existiert. Soviel ich weiss, und das entspricht der Wahrheit, wurde der Betrieb des Nachrichtenmediums vor knapp sechs Jahren eingestellt. In der Zeitung gab es auch nie einen Reporter mit dem Namen Abdou Boina.» Der Phantom-Journalist hatte für Mbappé auf Platz 1 gestimmt. Vonseiten des Organisators, France Football, hat bisher noch niemand auf die Vorwürfe reagiert.

imageDie Wahlliste des Phantom-Reporters Abdou Boina. (Quelle: Screenshot/Mundo Deportivo)

Die Sieger werden durch ein Punktesystem ermittelt. Die Journalisten listen in der von ihnen gewählten Reihenfolge die fünf besten Spieler auf. Der erste Spieler auf ihrer Rangliste erhält dabei sechs Punkte, der zweite fünf Zähler und so weiter. Der 33-jährige Vize-Weltmeister Luka Modric aus Kroatien gewann die diesjährige Wahl mit 753 Punkten.

Ronaldos Schwestern sind sauer

Der Schwester von Cristiano Ronaldo, Elma Aveiro, stiess der Sieg von Modric sehr sauer auf. Sie zeigte sich empört darüber, dass ihr Bruder nur den zweiten Platz belegte. Auf ihrem Instagram-Account liess die 39-Jährige dem Frust freien Lauf. Sie postete ein Bild von CR7, auf dem er seine letztjährige Trophäe in der Hand hält, und kritisiert die Veranstalter sowie Wahlberechtigten heftig. Dabei brachte sie immer wieder Gott ins Spiel: «Leider ist das die Welt, in der wir leben. Sie ist verrottet, durch die Mafia und durch das Scheissgeld. Die Macht Gottes ist grösser als diese Verrottung. Gott braucht seine Zeit, aber er wird nicht scheitern.»

Ronaldos älteste Schwester, Katia Aveiro (42), ging weniger hart mit den Journalisten ins Gericht. Sie schrieb auf Instagram unter dasselbe Bild: «Der beste Spieler der Welt – für diejenigen, die Ahnung von Fussball haben.»

Viele Fussballfans sehen Modric nicht als den gerechten Sieger der Wahl. Dies aufgrund der Tatsache, dass andere Spieler mehr Tore und mehr Assists als der Vize-Weltmeister auf dem Konto haben. Würde es jedoch nur nach diesen Statistiken gehen, wäre der Ballon d’Or nicht die Auszeichnung für den besten Fussballer, sondern für den besten Stürmer. Die Diskussion, wer der beste Spieler der Welt ist, wird sich wohl bis in alle Ewigkeit ziehen. (nsa)

Erstellt: 08.12.2018, 17:46 Uhr