Kochlegende Karl Eschlböck nach schwerer Krankheit verstorben

Wirtschaft

Er war der erste Drei-Hauben-Koch Österreichs und galt als “Urknall der gehobenen österreichischen Küche”: Karl Eschlböck.

Karl Eschlböck mit Sepp Forcher.

SN/Marco Riebler

Karl Eschlböck mit Sepp Forcher.

Seinen kulinarischen Ruhm begründete er im Restaurant “Mein Plomberg” und in den USA wurde er in Los Angeles als Küchenchef des “Regency Club” für seine Kochkunst bewundert. Weggefährten und Schüler bezeichneten ihn als “Intellektuellen” und “Gentleman” der Haubenküche, der schon auch einmal recht deutlich seine Meinung zum Besten gab – und zwar vollkommen unabhängig vom Rang seines Gegenübers. Sepp Forcher meinte erst vor sechs Wochen noch in den “Salzburger Nachrichten”: “Karl Eschlböck hat trotz zahlreicher Rückschläge zeitlebens seinen makellosen Charakter bewahrt.” Sein Handwerk lernte der in bescheidensten Nachkriegs-Verhältnissen in Wien aufgewachsene Eschlböck unter anderem bei Paul Bocuse. Am französischen 3-Sterne-Koch faszinierte ihn der respektvolle Umgang mit Zutaten. “Bocuse konnte aus den angeblich minderwertigsten Fleischteilen noch Köstlichkeiten zaubern”, erklärte Eschlböck. Der modernen Küche stand er bis zuletzt skeptisch gegenüber. Als etwa alle Welt die Molekularküche bewunderte, meine er nur trocken: “Sie wird ihrer Natur gemäß im Abgang explodieren…”

Am 8. 12. verstarb Karl Eschlböck morgens nach neunmonatiger schwerer Krankheit still und leise im Kreis seiner Familie.

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