Hans warnt vor Gräben

Die CDU habe bereits gewonnen – unabhängig vom Wahlausgang, sagt der saarländische Ministerpräsident Hans im tagesthemen-Interview. Doch er warnt vor neuen Gräben.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans verspricht sich viel vom Parteitag seiner CDU in Hamburg – vor allem im Hinblick auf die Wahl des oder der neuen Vorsitzenden. Bislang sei es ein “guter und fairer Wettbewerb” gewesen.

Die Delegierten würden eine “selbstbewusste Entscheidung” treffen, erwartet Hans im Interview mit den tagesthemen – unbeeinflusst von den Vorgaben Einzelner. Eine Anspielung auf Äußerungen verschiedener CDU-Politiker, zuletzt auch von Wolfgang Schäuble, der sich hinter den Kandidaten Friedrich Merz gestellt hatte.

Die Frage, hinter wem Hans selbst steht, stellt sich kaum – immerhin hat seine Landes-CDU Annegret Kramp-Karrenbauer ins Rennen um den Parteivorsitz geschickt. Hans war ihr im März ins Ministerpräsidentenamt des Saarlandes gefolgt.

Die Wahl zwischen mehreren Kandidaten hatte die CDU lange nicht mehr. Hans bezeichnet es als “neuen Stil der CDU”, wieder eine offene Auseinandersetzung zu haben.

Zusammenarbeit statt Streit

Eine neue politische Ausrichtung der Partei sei damit aber nicht gleichzusetzen. Keinesfalls solle die CDU nach rechts rücken, betont Hans. Unter der Führung von Angela Merkel habe die CDU viele neue, auch junge Wähler gewinnen können. Doch die CDU “muss lernen, wieder lebendiger zu werden”. Was, so schließt Hans an, nicht mit Spaltung einhergehen dürfe. “Der größte Fehler, den wir machen können, ist nach dem Parteitag gleich wieder neue Gräben aufzureißen.” Im Gegenteil müsse die CDU wieder geeinter auftreten, die Partei zusammenzuführen sei eine Aufgabe der neuen Spitze.

“Die Menschen erwarten, dass Probleme gelöst werden, nicht gestritten wird.” Daher solle die neue Parteiführung die Regierung unter Merkel stützen. “Da reichen keine Lippenbekenntnisse, das muss man dann auch beweisen”, fordert Hans.