Erneut mehr Waffenscheine: Nachfrage schwächt sich ab

Magdeburg (dpa/sa) – Die Nachfrage nach Kleinen Waffenscheinen in Sachsen-Anhalt hat sich abgeschwächt. Das geht aus einer Übersicht des Innenministeriums in Magdeburg hervor. Demnach besorgten sich mehr als 1080 Menschen in den ersten zehn Monaten die Genehmigung, Schreckschusswaffen oder Reizgas in der Öffentlichkeit zu tragen. Das entspricht einem Plus von 10 Prozent im Vergleich zu 2017.

In den Vorjahren hatten die Sachsen-Anhalter deutlich drastischer aufgerüstet. Im Jahr 2017 stieg die Zahl der Kleinen Waffenscheine um mehr als 2100 (+25 Prozent). Die größte Nachfrage gab es 2016: Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Genehmigungen um 75 Prozent auf mehr als 8400. Damals hatte der Verband der Waffenfachhändler auch einen steigenden Absatz von Schreckschusswaffen registriert. Den gestiegenen Wunsch nach Selbstverteidigung erklärte er mit den Terror-Anschlägen und Gewalttaten von Nizza, Paris oder München.

Auch bundesweit sind immer mehr Kleine Waffenscheine im Umlauf, wie das «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND, Freitag) berichtet. Ende Oktober waren es fast 600 000 und damit mehr als doppelt so viele als noch 2014. Die Entwicklung wird kritisch beobachtet. Mehr Waffen schafften nicht mehr Sicherheit, sondern hätten das Potenzial, Konflikte in Gewalt eskalieren zu lassen, sagte etwa die Innenexpertin der Grünen im Bundestag, Irene Mihalic, dem RND. Die Gewerkschaft der Polizei warnte, dass ungeübte Träger Gefahr liefen, sich mit ihren Waffen selbst zu gefährden. Auch die «Mitteldeutsche Zeitung» hatte über den Trend in Sachsen-Anhalt berichtet.

Bericht der Mitteldeutschen Zeitung

Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland via Weser-Kurier