Luxemburg will als erstes Land weltweit einen kostenlosen Nahverkehr

Der Liberale Xavier Bettel, 45, ist am Mittwoch als Premierminister von Luxemburg vereidigt worden. Es ist die zweite Amtszeit für Bettel und dessen Koalition von Liberalen, Sozialdemokraten und Grünen, die erstmals 2013 an die Macht kam.

Die neue Regierung hat am Montag in ihrem Koalitionsvertrag Punkte vereinbart, die Einheimische und Pendler freuen dürfte: mehr Geld und Urlaub, kostenlosen Nahverkehr und die Legalisierung von Cannabis. „Wenn es dem Land gut geht, soll es den Leuten besser gehen“, erklärte Bettel.

So soll ab 2019 der gesetzliche Mindestlohn um 100 Euro netto steigen. „Für uns ist wichtig, dass es dort, wo am wenigsten verdient wird, eine Erhöhung gibt“, erklärte der Sozialdemokrat Etienne Schneider. Auch die gesetzlichen Urlaubstage werden angehoben, von 25 auf 27.

Die Benzinpreise in Luxemburg sind vergleichsweise niedrig, trotzdem soll der öffentliche Nahverkehr bald kostenlos sein. Wann genau ist allerdings unklar. Das Großherzogtum ist mit 2586 Quadratkilometern drei Mal so groß wie Berlin, hat jedoch „nur“ 600.000 Einwohner. Zum Vergleich: Berlin hat über 3.6 Millionen. In Luxemburg kommen jedoch 200.000 Pendler hinzu, weshalb es immer wieder Stau gibt.

Und Cannabis wird auch legalisiert

Eine von der US-amerikanischen Gesellschaft Inrix veröffentlichte Studie hat ergeben, dass Autofahrer in der Stadt Luxemburg 2016 durchschnittlich 33 Stunden im Stau standen. Durch den kostenlosen Nahverkehr soll auch die Umwelt geschont werden.

Im Koalitionsvertrag steht auch, dass Cannabis legalisiert werden soll. Bisher ist der private Gebrauch nur in den Niederlanden legalisiert. Bettel betonte aber, dass es zum Kauf und Konsum verschiedene Bedingungen „hinsichtlich Wohnort, Alter und Prävention“ geben solle. Auch hier fehlt noch ein genauer Zeitplan.