BERLINER MORGENPOST: Aus Angst zufrieden – Kommentar von Martin Nejezchleba zu

Berlin (ots) – Da sind sie ja endlich. Die positiven Nachrichten zum Wohnungsmarkt. So zumindest hat am Mittwoch der Verband der Berlin Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) seinen jährlichen Mietreport verkauft.

84 Prozent der Berliner finden ihre Miete angemessen. Viele nennen sie sogar günstig oder sehr günstig. Der BBU sieht sich als Mietpreisdämpfer. Denn die Mieter ihrer 700.000 Wohnungen zahlen laut Bericht sechs Prozent weniger als der Berliner Durchschnitt. Alles halb so wild?

Allein, für die niedrige Durchschnittsmiete sind vor allem die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften verantwortlich. Und selbst bei denen sind die Mieten gestiegen. Um 3,5 Prozent in nur einem Jahr. Sie hat der Senat zu moderatem Mietenwachstum verpflichtet. Die Deutsche Wohnen nicht. Sie ist mit 110.000 Wohnungen im BBU vertreten. Mietsteigerung: 6,48 Prozent.

Doch die andere Seite der Zufriedenheit ist die Angst. Laut Energiedienstleister Techem zogen 2017 nur noch 6,7 Prozent der Berliner um. Vor sieben Jahren waren es noch 15 Prozent. Keiner traut sich mehr, aus der Wohnung auszuziehen, egal wie eng sie über die Jahre geworden ist.

Und laut Mieterverein geben viele Berliner bereits 50 Prozent ihres Einkommens für Miete aus. Berlin braucht neue Wohnungen und besseren Schutz für Mieter. Die Politik muss handeln. Da gibt es nichts schönzureden.

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