VW Passat: Das Auf und Ab einer Familienkutsche

Stand: 10.11.2018 09:22 Uhr

Kaum einen gab es so oft: 2014 rollte im Volkswagen-Werk Emden das elfmillionste Fahrzeug vom Band – ein Passat. Der VW-Standort in Ostfriesland ist seit Mitte der 70er-Jahre der Hauptproduzent der Mittelklasse-Limousine. Das Auto ist das Aushängeschild für Emden, der Wolfsburger Autobauer mit seinem Werk der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt und der Region. Seit dem Sommer 2014 bauen Emder VW-Mitarbeiter in der für eine halbe Milliarde Euro erneuerten Halle 18 des Werks die achte Modellreihe des Passat. Doch vermutlich setzt sie zugleich einen Schlusspunkt: Am nächsten Freitag wird der VW-Vorstand nach NDR Informationen beschließen, den Passat ab 2021 nicht weiter in Deutschland zu bauen, und seine Entwicklung gänzlich einzustellen.

Der VW Passat: Von damals bis heute

08.11.2018 17:33 Uhr

Seit 1973 wurde der VW Passat produziert. Acht Generationen des Familienautos rollten über die Jahre vom Band. In Deutschland wird der Bau des Erfolgsmodells bald eingestellt.

Passat rettet Emden

Begonnen hat es 1964, als Volkswagen für stolze 250 Millionen D-Mark das Werk Emden aus dem Boden stampfte. Emden hatte einen großen Vorzug: Die Arbeitslosenquote in Ostfriesland war hoch, der Bedarf nach Industriearbeitsplätzen entsprechend auch. Am 4. Februar wurde der Vertrag geschlossen, am 1. Dezember lief bereits der erste Wagen vom Band – ein Käfer. Ende der 70er brachen die Verkaufszahlen ein, es sah vorübergehend düster für das Werk Emden aus. Dann verlagerte Volkswagen die Produktion des Passat vom Stammwerk in Wolfsburg an den Standort. Und eine große Erfolgsgeschichte begann.

Erfolg auch im Ausland

Der Passat – der Käfer von der Küste

NDR 1 Niedersachsen

03.04.2014 19:05 Uhr Autor/in: Nehls, Ulrike

Ein Besuch im Emder VW-Werk, wo seit 1973 knapp 9.000 Beschäftigte das Modell Passat produzieren. VW gilt in Ostfriesland als der größte industrielle Arbeitgeber.

Der Passat, beliebter Firmenwagen und Familienkutsche, war lange Zeit intern der größte Konkurrent des VW Golf. Von der Limousine verließen laut dem Autokonzern in Spitzenzeiten mehr als eine Million Fahrzeuge die Bänder. Mitgerechnet dabei ist der Magotan, das chinesische Schwestermodell des Passat. Und auch der ebenfalls verwandte Santana, der auf ältere Passat-Technik zurückgeht. Im US-amerikanischen VW-Werk in Chattanooga (Tennessee) wird außerdem eine eigene Passat-Variante produziert: der Passat (NMS), was für “New Midsize Sedan” steht. Exportiert wurde der Passat auch in internationale Märkte, darunter Malaysia und Brasilien. Seit 2017 gehen die Verkaufszahlen des ehemaligen VW-Erfolgsmodells zurück.

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08.11.2018 | 16:00 Uhr