Sex-Affären: Neue Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump

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Lange zurückliegende außerehliche Sex-Affären holen US-Präsident Donald Trump zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit voller Wucht ein.

Nach einem detaillierten Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ) hat Trump vor seiner Wahl 2016 bei der Anbahnung und Abwicklung von Schweigegeld-Zahlungen an die Porno-Darstellerin Stormy Daniels und das frühere Playboy-Model Karen McDougal aktiv mitgewirkt und dabei möglicherweise steuerrechtlich illegal gehandelt.

Mit beiden Frauen soll Trump vor über zehn Jahren, damals schon mit der heutigen First Lady Melania Trump verheiratet, intim geworden sein soll.

Trump forderte Anwalt auf, Frauen mit Geld ruhigzustellen

Wie das dem Trump-Weggefährten Rupert Murdoch gehörende Blatt aus Ermittlerkreisen, Interviews und Justizunterlagen in Erfahrung gebracht hat, hat Trump seinen damaligen Anwalt Michael Cohen aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Frauen mit Geld ruhiggestellt werden.

Motiv: die Wahl im November 2016 sollte nicht beeinträchtigt werden. „Erledige es“ (Get it done), soll Trump Cohen aufgetragen haben.

Die Darstellung steht im Gegensatz zu der seit zwei Jahren wiederholten Beteuerung Trumps, dass es a) die besagten Affären nicht gegeben habe und b) er von Schweigegeld-Zahlungen nichts wisse.

Laut WSJ stellt sich die Sache anders da. Danacht hat Trump bereits kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur im Sommer 2015 den mit ihm damals befreundeten New Yorker Zeitungsbesitzer David Pecker gefragt, wie er ihm bei seiner Wahlkampagne helfen könne.

Pecker, der das Revolverblatt „National Enquirer“ verantwortet, bot an, Trumps Sex-Geschichten vor der Öffentlichkeit abzuschirmen. Ein Jahr später forderte Trump den Verleger konkret auf, das Playboy-Model Karen McDougal vom Gang in die Öffentlichkeit abzuhalten, um potenziell imageschädliche Schlagzeilen kurz vor der Wahl zu vermeiden. Pecker zahlte der Frau 150.000 Dollar, wofür sich Trump nach Amtsantritt 2017 bedankt habe.

Trump erwähnte Zahlung nicht in Steuererklärung

Bei Stormy Daniels bedrängte Trump Michael Cohen, er möge die Frau mit dem Scheckbuch entschärfen. Worauf Cohen zunächst aus eigener Tasche 130.000 Dollar an die Blondine überwies.

Später wurde ihm der Betrag durch Trumps langjährigen Finanzaufseher Allen Weisselberg inklusive Ausgleich für höhere Einkommenssteuer und Bonus üppig erstattet: rund 320.000 Dollar.

Weil Trump dies 2017 trotz Androhung von Strafen wegen Meineids in seinen Finanzerklärungen nicht deklariert habe, könnte er sich eines Verbrechens schuldig gemacht, sagt Walter Shaub, ehemals Ethik-Beauftragter der Vorgänger-Regierung Obama. Wäre Trump ein normaler Regierungsangestellter, so Shaub gegenüber der „New York Daily News“, „würde er verurteilt und ins Gefängnis wandern“.

Michael Cohen, lange Trumps juristischer Zuschläger in allen Lebenslagen, hat sich nach einer Razzia in seinen Büro- und Privaträumen im April dieses Jahres von seinem ehemaligen Boss losgesagt und gegenüber den Ermittlern in New York umfangreich ausgesagt. Er will so das Strafmaß für eigene Verfehlungen, die Anfang Dezember mit einem Prozessurteil bedacht werden, senken.

In der Russland-Affäre steht anscheinend Abschlussbericht bevor

Auch David Pecker, der Trumps Aufstieg zum Immobilien-Mogul und Szene-Promi in New York über viele Jahre wohlwollend von seinem „Enquirer“ begleiten ließ, war zwecks Erlangung strafrechtlicher Immunität laut „Wall Street Journal“ gegenüber den Ermittlern auskunftsfreudig. Die Staatsanwälte haben laut Zeitung Beweise für die integrale Beteiligung Trumps an der Sache.

Weil sich seit Monaten öffentlich der Verdacht hält, dass bei den Geldleistungen an Daniels/McDougal auch gegen US-Wahlkampffinanzierungsgesetze verstoßen worden sein könnte (es könnte sich um nicht deklarierte Spenden handeln), steht Präsident Trump unter Druck. Nicht nur hier.

In der Russland-Affäre
steht der Abschlussbericht von Sonderermittler Robert Mueller offenbar bevor. Parallel dazu gewinnen die Demokraten nach dem Teil-Sieg bei den Kongresswahlen
neue Verhandlungsmacht über Trump.

Sie können in Parlamentsausschüssen demnächst Unterlagen anfordern, Zeugen vorladen und Dinge öffentlich machen, die von den Republikanern bisher im Sinne Trumps abgewehrt wurden. Trumps Anwalt Jay Sekulow verweigerte gegenüber dem „Wall Street Journal“ zu den neuen Vorwürfen jede Stellungnahme.

Dies sind die wichtigsten Lehren aus den Wahlen in den USA.

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