Mob soll nicht zum Stadion: Die Polizei rüstet vor dem FC-Spiel gegen Dresden auf

Köln –

Schwarze, dichte Rauchwolken quillen über die Straße, im Qualm marschieren Dresdener Fußball-Chaoten im Military-Look und zertrümmern geparkte Autos oder beschießen Polizisten am Wegesrand mit Pyrotechnik. So geschehen beim Zweitliga-Spiel der Sachsen in Karlsruhe im Jahr 2017.

Beim heutigen Zweitliga-Spiel des FC gegen Dynamo Dresden wollen etwa 2000 Gäste-Fans in ähnlicher Form vom Parkplatz Weiden zum Stadion in Müngersdorf ziehen. Dies will die Polizei möglichst verhindern. „Wir werden umfangreiche Personenkontrollen durchführen“, betonte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt am Freitag.

Und Polizeipräsident Uwe Jacob sagte: „So etwas wollen wir in Köln nicht sehen.“ Mit rund 800 Polizisten sollen Krawalle verhindert werden – darunter auch Mitglieder von Spezialeinsatzkommandos. „Die Männer werden sichtbar im Einsatzort zu sehen sein“, ergänzte Rüschenschmidt.

Absolute Ausnahme

Dass vermummte Spezialkräfte auch bei einem sogenannten „Hochrisikospiel“ dabei sind, ist eine absolute Ausnahme. Aber es zeigt, mit welch gewalttätigen Fußball-Chaoten die Kölner Polizei rechnet. Nach Krawallen bei vorigen Spielen in Köln und in anderen Städten will die Polizei hart durchgreifen. „Wir werden verhindern, dass ein Mob über die Aachener Straße zieht“, sagte ein Polizeisprecher.

„Es kann nicht sein, dass Väter mit ihren Kindern nicht mehr sorglos ins Stadion gehen können“, ergänzte Polizeipräsident Jacob. Es sei eine neue Dimension der Gewalt, die sich in den vergangenen Monaten in und vor den Stadion ereigne. „Polizisten schlägt blanker Hass entgegen.

Sport ist nur noch Nebensache“, hieß es von der Polizeiführung. Gewalttäter begingen schwerste Straftaten, wie etwa nach dem Spiel des FC gegen Union Berlin. Die Behörde werde zur Bekämpfung der Fußballkriminalität künftig einen eigenen Schwerpunkt setzen.

Belastung nicht so gravierend

Die Belastung für die Bürger sollen in Köln trotz des Großaufgebotes nicht so gravierend ausfallen. „Es wird sich einiges abspielen“, betonte Rüschenschmidt. Aber vermutlich werde sich das Geschehen auf den Kölner Westen beschränken. Möglich sei auch, dass die Chaoten sich einen anderen Platz für ihren Fan-Marsch aussuchen werden, wenn dies in Weiden nicht möglich ist.

In Sachen Pyrotechnik hat die Polizei den Sicherheitsdienst angewiesen, „sehr genau hinzuschauen“, so Rüschenschmidt. Er sei überrascht, dass trotz der Kontrolle immer Pyrotechnik in Stadien gelange. „Ich habe dabei ein mulmiges Gefühl“, sagte er. Polizeipräsident Jacob erklärte, dass dies in Form von Körperschmuggel geschehe. Videoüberwachung sei eine gute Maßnahme, um die Straftäter zu identifizieren.