3:1-Sieg in Aue: Der HSV marschiert in Richtung Wiederaufstieg

Sie sind nicht zu stoppen. Zumindest vermittelt der HSV nicht den Eindruck, als könne ihn irgendjemand aufhalten. Mit dem 3:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue festigten die Hamburger ihre Tabellenführung und haben nun bereits ein Vier-Punkte-Polster auf Rang drei. So fühlt sich das wohl an, wenn Aufstiegsträume ganz langsam wahr werden.

So viel Zeit, wie sie die Profis des HSV auf dem Weg zurück nach Hamburg hatten, muss ja sinnvoll verbracht werden. Sechs Stunden lang waren sie unterwegs, Zeit genug, sich im Mannschaftsbus in aller Seelenruhe von Pay-TV-Sender Sky die Bundesligaspiele live servieren zu lassen. Der nächste schöne Vorgeschmack auf das, was kommen soll. Ab Sommer wollen sie dann selbst wieder dazugehören.

Auch den Trip ins Erzgebirge werden sie sportlich also in guter Erinnerung behalten. Der nächste Dreier, der nächste Schritt. Und für Hannes Wolf der vierte Sieg in seinem vierten Spiel als HSV-Trainer. Das schaffte zuvor nur Frank Pagelsdorf vor 21 Jahren. „Ich bin mit den ersten Wochen beim HSV natürlich sehr zufrieden“, ließ der Trainer wissen. „Und in Aue drei Punkte zu holen, ist wirklich nicht leicht.“

Da mag er Recht haben. Doch der HSV fand wieder einmal den Schlüssel. Wie eigentlich immer in der Fremde, wo der Liga-Primus nun beeindruckende 16 von 18 möglichen Punkten holte. Nur einmal wackelte der HSV – als er nach der Führung durch Pierre-Michel Lasogga, der einen starken Spielzug über Gotoku Sakai, Aaron Hunt und Khaled Narey mit seinem siebten Saisontor abschloss (21.), sich fast postwendend den Ausgleich fing. Clemens Fandrich traf trocken aus 14 Metern zum 1:1 (23.). „Danach haben wir den Zugriff aufs Spiel etwas verloren“, monierte Wolf.

Dennoch: Offensiv hat der HSV so viel Qualität, dass er Phasen wie diese in der Regel wegstecken kann. „Diese Stabilität haben wir uns erarbeitet, das zeichnet uns aus“, erklärte Lewis Holtby. Und auch diesmal ging der Matchplan auf. Narey, der vor dem Wechsel noch komplett frei stehend per Kopf scheiterte (40.), traf mit seinem schönen Schlenzer zur erneuten Führung (63.). Fünf Minuten später machte Joker Bakery Jatta mit seinem ersten Profitor den Deckel drauf – 3:1 (68.). Da war der Drops vor den 16.000 Fans im ausverkauften Erzgebirgsstadion dann gelutscht.

Ein erneut süßes Sieges-Gefühl, das Lasogga schon mal dezent in Richtung Bundesliga blicken ließ. „Wir können gerade den Grundstein für den Aufstieg legen“, befand der Torjäger. „Gegen Köln wollten wir Platz eins erobern. Dann wollten wir in Aue den nächsten Schritt setzen. Beides hat geklappt. Natürlich wollen wir nun bis zum Ende den ersten Platz verteidigen.“ 

Wolf will so weit noch nicht denken. Sei viel zu früh, sagt der Trainer: „Wir brauchen Punkte! Wir können nicht immer über den Mai reden, sondern müssen Schritt für Schritt machen.“ Das tun sie. Im Vollsprint.