US-Paketbomber in 30 Punkten angeklagt

10.11.2018 07.55

Online seit heute, 7.55 Uhr

Die US-Justiz hat ihre formellen Beschuldigungen gegen den mutmaßlichen Absender der Briefbomben an prominente Kritiker von Präsident Donald Trump verschärft.

Gerichtszeichnung zeigt den Angeklagten Cesar Altieri Sayoc

Reuters/Daniel Pontet

Ein Geschworenengremium in New York erhob gestern Anklage gegen den 56-jährigen Cesar Altieri Sayoc in 30 Punkten, darunter der Einsatz von Massenvernichtungswaffen sowie der Gebrauch eines „zerstörerischen Geräts“ für eine Gewalttat, wie Vertreter von Justiz- und Polizeibehörden mitteilten. Sayoc droht lebenslange Haft.

Nach tagelanger Fahndung verhaftet

Der frühere Pizzabote war nach tagelanger Großfahndung am 26. Oktober im US-Staat Florida gefasst worden, wo er in einem Lieferwagen voller Pro-Trump-Aufkleber lebte.

Die Justiz brachte bereits kurz darauf erste formelle Beschuldigungen gegen ihn vor, die sich aber nur auf fünf Punkte bezogen und auf eine Maximalstrafe von 48 Jahren hinausliefen. Sayoc wurde dann einige Tage später nach New York geflogen und dort zu Beginn dieser Woche einem Gericht vorgeführt.

Laut Anklage 16 Sprengsätze verschickt

In der nun erhobenen Anklage heißt es, Sayoc habe insgesamt 16 Postsendungen mit Sprengsätzen an 13 Kritiker des Präsidenten geschickt. Ursprünglich waren die Ermittler noch von mindestens 13 Sprengsätzen ausgegangen.

Zu den Adressaten der potenziell gefährlichen Sendungen gehörten der frühere Präsident Barack Obama, Ex-Vizepräsident Joe Biden, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Fernsehsender CNN, der Multimilliardär George Soros und Hollywood-Star Robert De Niro.

Sayoc ist eingetragener Republikaner und nahm an Wahlkampfveranstaltungen Trumps teil. Die Briefbomben sowie der Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten hatten kurz vor den Kongress- und Gouverneurswahlen am Dienstag die Diskussion um Trumps aggressive Rhetorik angeheizt. Viele Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Boden für politische Gewalt zu bereiten.