Salzburger Spion: Ex-Offizier in Haft

Im Fall um einen angeblichen Spion aus Salzburg soll es in der Nacht auf Samstag eine Festnahme gegeben haben. Laut neuesten Informationen ist der Ex-Offizier, der 20 Jahre lang Informationen an Russland weitergegeben haben soll, in Haft.

Eine Entscheidung über die Verhängung der Untersuchungshaft ist noch ausständig. Das gab der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Salzburg, Robert Holzleitner, auf APA-Anfrage bekannt.

Salzburger in Oberösterreich festgenommen

Der Beschuldigte ist demnach in der Nacht auf Samstag in Oberösterreich festgenommen worden und befindet sich nun in Verwahrungshaft. Er werde ausführlich einvernommen. Anschließend werde eventuell Untersuchungshaft beantragt, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Begründet werden könnte der Antrag mit Tatbegehungsgefahr und allenfalls auch Fluchtgefahr.

Zehn Jahre Haft drohen

Laut Angaben der “Kleinen Zeitung” (online), die sich ebenfalls auf Holzleitner beruft, soll am Montag, spätestens Dienstag über die U-Haft entschieden werden. Der mutmaßliche Spion könnte nach dem Militärstrafgesetz angeklagt werden, bis zu zehn Jahre Haft drohen.

Salzburger soll seit 28 Jahren spionieren

Die “Kleine Zeitung” förderte auch weitere Details über den Fall zutage. Demnach soll der Oberst 28 Jahre lang für Russland spioniert haben. Seit 1990 arbeitete er laut Angaben der Zeitung im Wiener Verteidigungsministerium, zunächst in der “relativ unbedeutenden” Abteilung für die Vorschriftenerstellung, in den letzten fünf Jahren vor seiner Pensionierung aber in der Abteilung für die Strukturplanung. Außerdem soll er vor dieser Zeit als UNO-Soldat am Golan und in Zypern stationiert gewesen sein. Laut “Salzburger Nachrichten” (Wochenendausgabe) besuchte der Oberst auch NATO-Kurse und soll Informationen daraus an Russland weitergegeben haben.

Vilimsky: Warten auf “gänzliche Klärung”

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky forderte eine “Erklärung Moskaus” im Fall des mutmaßlichen Spions. Gefragt, ob der Fall den Kooperationsvertrag zwischen der FPÖ und der Putin-Partei “Einiges Russland” infrage stellen könnte, antwortete Vilimsky, dass man auf die “gänzliche Klärung” der Vorwürfe warte. Erst dann werde man “beraten, was zu tun ist.”

(APA)

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