Organhandel in der Partyszene


Die prominent besetzte Thrillerserie “Beat” ist die nächste deutsche Eigenproduktion von Amazon.

“Beat” – Berlin ist cool. Junge Leute aus aller Welt pilgern in die Partyhauptstadt und tanzen sich in hippen Technoclubs die Seele aus dem Leib. In diese Szenewelt taucht die neue Thrillerserie “Beat” ein, deren siebenteilige erste Staffel jetzt beim Streamingdienst Amazon Prime zu sehen ist. Benannt ist sie nach dem Rhythmus, der konsequent durch die Serie pulsiert, vor allem aber nach ihrem Protagonisten Robert Schlag, genannt Beat (Jannis Niewöhner). Ein junger Typ, der exzessive Partys organisiert und in einem Rausch aus Drogen, Sex und Technomusik lebt. Doch dann wird Beat in eine blutige Story rund um Organhandel und organisierte Kriminalität verwickelt und gerät in Lebensgefahr.
Laut, dunkel und brutal: Die prominent besetzte Serie setzt eher auf Effekte als auf leise Töne, den Anblick ausgeweideter Leichen muss der Zuschauer verkraften können. Die soghaft inszenierte erste Szene nimmt den Zuschauer mit zu den schmutzigen und schillernden Seiten der Partymetropole Berlin, auf den Dancefloor und in Hinterhöfe, wo Drogen vertickt werden – hier ist Beat der Zampano. Doch die Stadt ist auch der Hotspot einer brutalen Mafia: Skrupellose Kriminelle, die Flüchtlinge entführen und deren Organe auf Bestellung an solvente Empfänger verkaufen.

Richard Diemer (Christian Berkel) vom Europäischen Geheimdienst hofft, dass Beat ihm im Kampf gegen diese Mafia helfen kann, denn niemand ist so gut vernetzt wie der Partypromoter – der kennt viele Leute und ihre schmutzige Geheimnisse. Die Agentin Emilia (Karoline Herfurth) wird auf Beat angesetzt, der schließlich unter Druck zum V-Mann wider Willen wird, dadurch aber selber ins Visier der Killer gerät. Und dann gibt es da noch einen mysteriösen Kapuzenkerl (Kostja Ullmann), der Beat stalkt und in der Freizeit zu Schlagermusik zwischen Glasbecken voller Leichenteilen tanzt. Wie sich herausstellt, hat der seltsame Typ namens Jasper selber mal für Diemer gearbeitet und will Beat jetzt vor dem abgründigen Geheimdienstmann warnen.

Partyleben, Kriminalität, Geheimdienste – “Beat” packt vieles in die sieben einstündigen Folgen, und die komplexen Zusammenhänge werden nicht gleich klar. Was jedoch sofort klar wird: Amazon Prime will sich mit der düster inszenierten Geschichte von der Masse der Streamingserien abheben, die gerade den Markt überschwemmen. Für den Anbieter ist es nach “You are wanted” oder “Deutschland 86” die nächste deutsche Eigenproduktion innerhalb kurzer Zeit. Derweil hat Amazon-Konkurrent Netflix dieser Tage angekündigt, demnächst gleich fünf deutsche Serien zu produzieren – der Wettbewerb der Videoanbieter ums Publikum läuft auf Hochtouren.

Die Idee zu “Beat” hatte Marco Kreuzpaintner, der auch Regie führte und vor einigen Jahren mit der Jugendbuchverfilmung “Krabat” bekannt wurde. Seine Serie punktet mit einem starken Protagonisten, einer originellen Grundidee und ihrer prominenten Besetzung. Unter anderem spielt “Polizeiruf 110”-Star Claudia Michelsen eine Geheimdienstmitarbeiterin.

“Beat” (Regie: Marco Kreuzpaintner) läuft auf Amazon Prime.