NRW-Tankstellen geht der Sprit aus: Wie dieses Verhalten ängstlicher

Bonn. Der Gang zur Zapfsäule wird in diesen Tagen für viele Autofahrer immer ernüchternder.

Zum einen liegen die Preise für Super, Diesel und Co. an den NRW-Tankstellen auf einem Jahreshoch – laut ADAC kostet der Liter Diesel ungefähr 1,40 Euro, Super liegt bei 1,50 Euro. Zum anderen wird der Sprit immer knapper.

Tankstellen geht der Sprit aus

Einzelne Tankstellen mussten den Verkauf von Benzin oder Diesel zeitweise sogar ganz einstellen, weil ihnen der Sprit ausgegangen war, wie Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen (BFT) in Bonn sagte. Hier erfährst du mehr zur Lage an den Zapfsäulen im Ruhrgebiet >>>

Meist würden die Tankstelle aber nach einigen Stunden oder am nächsten Tag Nachschub bekommen.

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Tankstellen-Problem: „Es ist wie bei einem Gewitter“

Grund für die Knappheit ist vor allem der niedrige Wasserstand des Rheins infolge der anhaltenden Trockenheit.

„In den Tanklagern entlang des Rheins kommt nicht genug Treibstoff an, weil die Tankschiffe nur noch halb so viel oder noch weniger Benzin und Diesel transportieren können“, sagte ein Aral-Sprecher. Die Transportkapazität der Schiffe sei nur zu einem Teil durch Lastwagen zu ersetzen.

Welche Tankstelle es treffe, sei nicht vorhersehbar, sagte BFT-Geschäftsführer Zieger. „Das ist wie bei einem Gewitter. Da weiß man auch nicht, wo der Blitz einschlägt.“

Feiertage erhöhen Problematik

Der Reformationstag und Allerheiligen in der vergangenen Woche hätten die Situation zusätzlich erschwert, weil Feiertagsfahrverbote für Lastwagen gegolten hätten, sagte der Aral-Sprecher weiter.

Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck an der Lösung der Logistik-Probleme.

Angst der Autofahrer löst Dominoeffekt aus

Auch das Tankverhalten der Autofahrer spielt nach Angaben von BFT-Geschäftsführer Zieger eine Rolle beim Spritmangel. „Sie tanken aus Furcht vor einem leeren Tank früher als üblich.“

Dadurch würden auch die Tanks der Tankstellen schneller leer. „Das löst dann oft einen Dominoeffekt aus“, sagte Zieger. „Wer an der ersten Tankstelle kein Benzin bekommt, fährt zu nächsten weiter. Und die kann dann auch leerlaufen.“

Eine Entspannung der Lage werde es nur bei steigenden Wasserständen geben. Vorher sei auch wegen der derzeit deutlich höheren Transportkosten kaum mit einem Rückgang der Preise zu rechnen. (ak/dpa)