Mit Neukirchner soll Sturm-Krise enden

Der Druck für Sturm ist groß, mit nur 15 Punkten ist man als Achter nach 13 Runden nicht auf Meisterrunden-Kurs. Ganz im Gegenteil zu den vier Partien sieglosen Niederösterreichern, die mit 22 Zählern und Rang drei deutlich über dem Plansoll liegen.

Unter Kühbauer-Nachfolger Ranko Popovic gab es für St. Pölten nach zwei Niederlagen gegen Mattersburg (0:2) und den WAC (0:1) mit dem 2:2 gegen den LASK den ersten Punktgewinn. Seinen ersten Sieg könnte der 51-jährige Serbe ausgerechnet in seinem früherem „Wohnzimmer“ einfahren.

Wiedersehen alter Freunde

Zwischen 1997 und 2001 hatte der ehemalige Abwehrspieler erfolgreich für die Grazer die Schuhe geschnürt, dabei zweimal die Meisterschaft und einmal den Cup gewonnen. Neukirchner war in der legendären Zeit damals sein Mitspieler. Der Kontakt ist nie abgerissen, die beiden sind Freunde. „In der damaligen Mannschaft gab es einen ganz besonderen Spirit. Wir treffen uns noch regelmäßig“, sagte Neukirchner.

Dass sie als Trainer in der Bundesliga aufeinandertreffen, hätte vor wenigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten. „Das sind die Geschichten, die nur der Fußball schreibt“, betonte Popovic. Deshalb und wegen der Rückkehr in die Merkur Arena habe die Partie einen „besonderen Reiz“ für ihn und sei mehr als ein normales Spiel.

St-Pölten-Coach Ranko Popovic

GEPA/Walter Luger

Popovic freut sich auf eine Partie mit „besonderem Reiz“

400. Ligaheimsieg im Visier

Gegen St. Pölten muss ein Sieg her, um das obere Play-off nicht aus den Augen zu verlieren. „Die Mannschaft hat in den letzten Wochen glücklos agiert, aber sie wirkt nicht verunsichert und ist absolut intakt. Es sind Spieler am Werk, die ein toller Charakter auszeichnet“, erläuterte Neukirchner. Der 46-Jährige führte seit Montag viele Einzelgespräche. „Das ist ein probates Mittel. Die Spieler wissen, was ich von ihnen erwarte“, so der Ex-Abwehrspieler.

Tipico-Bundesliga, 14. Runde

Samstag, Beginn 17.00 Uhr

Sturm Graz – St. Pölten

Graz, Merkur Arena, SR Heiß

Mögliche Aufstellungen:

Sturm: Siebenhandl – Koch, Spendlhofer, Maresic, Schrammel – Lovric – Hierländer, P. Zulj, Kiteishvili – Pink, Eze

St. Pölten: Riegler – Luan, Ambichl, Drescher – Ingolitsch, Mislov, D. Luxbacher, Hofbauer – Pak, Gartler, Balic

Bezüglich des Systems wollte er sich nicht festlegen. Seine Spieler, die einmal mehr den 400. Bundesliga-Heimsieg ins Visier nehmen, vertrauen dem neuen Verantwortlichen voll und ganz. „Günther Neukirchner kennt die Mannschaft, er war immer bei uns beim Training. Dass das Training etwas intensiver geworden ist, tut uns gut. Neukirchner und Standfest vermitteln uns einen genauen Matchplan“, sagte Peter Zulj.

Popovic schätzt Sturm hoch ein

Popovic hofft, dass ein Trainereffekt ausbleibt. Für ihn verkaufte sich Sturm bisher unter Wert. „Die Resultate haben nicht zusammengepasst mit der spielerischen Art und Weise. Sturm war oft überlegen, hatte viele Chancen, aber irgendetwas hat nicht gepasst“, analysierte St. Pöltens Trainer. Er will aber gar nicht zu viel auf den Gegner blicken. „Wir müssen schauen, dass unsere Entwicklung weitergeht. Ich will sehen, dass wir Schritte nach vorne machen im Vergleich zum letzten Spiel“, sagte Popovic, der wieder auf den zuletzt gesperrten Sandro Ingolitsch bauen kann.

Sturm hat nur eines der jüngsten 14 Pflichtspiele gewonnen, in der Liga gab es seit dem 3:2 bei der Admira am 15. September drei Niederlagen und drei Remis – zuletzt das 1:1 gegen Wacker Innsbruck, das Vogel den Job kostete. „Sturm hat ein Team zusammengestellt, um oben mitzuspielen, wir, um die Klasse zu halten“, erinnerte Popovic. Für ihn ist klar: „Es gibt keinen Favoriten.“ Sturm gewann die jüngsten drei Heimspiele gegen St. Pölten jeweils 3:2. Das erste Saisonduell ging mit 2:0 an die Niederösterreicher.

LASK empfängt Schlusslicht

Der LASK will Samstag nach zuletzt vier Remis in fünf Partien im Heimspiel gegen Schlusslicht Admira wieder einmal drei Punkte einfahren. Das gelang den Südstädtern unter Coach Rainer Geyer noch nicht, er steht vor seiner zweiten Partie. Der LASK teilte zuletzt beim 2:2 in St. Pölten einmal mehr die Punkte. „Ich sehe die fünf sieglosen Spiele nicht so schlimm. Wir haben von den letzten 14 Pflichtspielen neun gewonnen und nur einmal verloren. Ich bin daher sehr zufrieden mit den letzten Wochen und Monaten“, so LASK-Trainer Oliver Glasner.

Tipico-Bundesliga, 14. Runde

Samstag, Beginn 17.00 Uhr

LASK – Admira

TGW Arena, SR Altmann

Mögliche Aufstellungen:

LASK: A. Schlager – Ranftl, Trauner, Wostry – Jamnig, Wiesinger, Michorl, Ullmann – Goiginger, Tetteh, Joao Victor

Admira: Leitner – Thölke, D. Toth, Vorsager – Zwierschitz, L. Malicsek, Hjulmand, Maier – Sahanek, Bakis, Jakolis

In der laufenden Trainingswoche wurde vor allem am Zweikampfverhalten und Durchsetzungsvermögen gearbeitet. „Wir haben Details verbessert, ich bin zuversichtlich, am Samstag zu gewinnen“, sagte der 44-Jährige, der vor seinem 50. Ligaspiel als LASK-Coach steht. Dennoch wird er die Admira, die in den jüngsten drei Duellen gegen die Linzer keinen Punkt geholt hatten, nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Harte Gegenwehr erwartet

„Wir wissen nach dem Trainerwechsel nicht genau, was uns taktisch erwartet. Was wir wissen, ist, dass sie bei Standards gefährlich sind, schnelle Konter spielen und uns sicher alles abverlangen werden“, rechnete Glasner mit harter Gegenwehr. Die beiden Teams sind durch 14 Zähler getrennt, fast der gleiche Abstand wie zwischen dem zu Hause sechs Partien unbesiegten LASK und Salzburg (12).

Die Admiraner sind wie der LASK seit fünf Partien sieglos. Bei der Premiere des Deutschen Geyer gab es ein bitteres Heim-2:3 gegen Hartberg. „Wir haben gut trainiert, die Jungs waren fleißig in ihrem Tun. Ich denke, wir sind wieder einen Schritt weitergekommen“, gab sich der Admira-Coach optimistisch. In der TGW Arena will er sich nicht nur auf eine gesicherte Defensive verlassen. „Wir fahren sicher hin mit dem Ziel zu punkten, wenn möglich auch optimal zu punkten“, erläuterte Geyer.

Nachzüglerduell in Innsbruck

Im Westderby zwischen Wacker Innsbruck und Altach treffen am Samstag zwei Nachzügler aufeinander. Die Tiroler liegen unmittelbar vor den Vorarlbergern, die einen Punkt weniger gesammelt haben, auf Rang zehn. Im Abstiegskampf haben beide Teams Punktezuwachs bitter nötig, für beide lief es zuletzt jedenfalls ganz gut.

Tipico-Bundesliga, 14. Runde

Samstag, Beginn 17.00 Uhr

Innsbruck – Altach

Tivoli Stadion Tirol, SR Muckenhammer

Mögliche Aufstellungen:

Innsbruck: Knett – Schimpelsberger, Hupfauf, Maak, Maranda, Vallci – Henning, Rakowitz, Harrer – Dedic, Dieng

Altach: Kobras – C. Gebauer, Oum Gouet, Piesinger, Luckeneder, Karic – Fischer, Müller, S. Nutz – Dobras, Mwila

Wacker scheint sich in der Liga allmählich gefunden zu haben. Viermal gab es zuletzt keine Niederlage, die letzten drei Partien gegen Salzburg (1:1), die Austria (0:0) und Sturm Graz (1:1) endeten jeweils Remis. Das gilt auch für Altach, das gegen den LASK, Mattersburg (jeweils 1:1) und Rapid (2:2) remisierte. Die Vorarlberger sind gar fünf Partien unbesiegt, nachdem sie zuvor in den ersten acht Anläufen sieglos geblieben waren.

„Wird ein Spiel auf Augenhöhe“

„In der neuen Liga sind wir nie Favorit. Altach hat dieselbe Bilanz wie wir, sie haben einen Sieg mehr in den letzten fünf Spielen und auch andere Ansprüche als wir. Der Start in die Meisterschaft war aber kein gelungener. Die Ausgangslage ist gleich, sie spielen auch ein ähnliches System wie wir“, sagte Wacker-Trainer Karl Daxbacher.

Auch sein Gegenüber Werner Grabherr wollte von einer Favoritenrolle nichts wissen: „Wacker Innsbruck ist ein Aufsteiger, hat die letzten vier Runden gegen Sturm, Salzburg, Austria und den LASK trotzdem unbeschadet überstanden. Das Spiel wird auf Augenhöhe sein, es gibt keinen Favoriten.“