Mehr Betroffene als bisher angenommen Auch Benziner von Fahrverboten in Köln

Köln/Bonn – Deutlich mehr Pkw und Nutzfahrzeuge als bisher angenommen werden von den Fahrverboten in Köln und Bonn betroffen sein!

Wie das Verwaltungsgericht Köln, das am Donnerstag die Fahrverbote in seinem Urteil verhängte, in zwei Pressemitteilungen präzisiert, gelten die Einschränkungen in Köln und Bonn auch für Fahrzeuge mit älteren Benzin-Motoren. BILD liegen nun exklusiv neue Zahlen von betroffenen Fahrzeugen vor.

„Wegen der nach wie vor starken Gesundheitsgefährdung der Innenstadtbewohner, der Fahrradfahrer, der Fußgänger und Insassen der durchfahrenden Fahrzeuge müsse das Fahrverbot für Dieselkraftfahrzeuge einschließlich der Klasse Euro 4 sowie Benziner der Klassen Euro 1 und 2 bereits zum April 2019, für Dieselkraftfahrzeuge der Klasse Euro 5 erst zum September 2019 eingeführt werden“, schreibt das Gericht zur Situation in Köln.

Für Köln sind Experten bisher von über 163 000 betroffenen Diesel-Fahrzeugen ausgegangen, die ab September 2019 nach der Verschärfung des zweistufigen Fahrverbotes nicht mehr in der grünen Umweltzone der Stadt unterwegs sein dürfen (siehe Karte). Darunter ca. 100 000 in Köln zugelassene Diesel der Norm Euro 5 und schlechter sowie über 63 000 Pendler, die mit einem Diesel Euro5 oder schlechter nach Köln hineinfahren.

Hinzukommen rund 60 000 Nutzfahrzeuge von Handwerker-Firmen aus der Region, die zur Handwerkskammer zu Köln gehören. Nach BILD-Informationen sind es bei den Diesel-Nutzfahrzeugen mit Euro5 und schlechter in Köln fast 20 000 Exemplare, die betroffen sind.

Mit den Benzin-Motoren Euro1 und Euro2 werden es nach BILD-Informationen für Köln weitere 38 715 Pkws sein, die ab April 2019 nicht in den Verbotsbereich fahren dürfen, außerdem 228 Benziner-Nutzfahrzeuge.

Macht summa summarum: ab April 2019 über 117 000 betroffene Pkws und über 10 000 betroffene Nutzfahrzeuge, also rund 127 000 Fahrzeuge. Mit der Verschärfung ab September 2019 sind es 202 166 Pkws und ca. 20 200 Nutzfahrzeuge, also etwa 222 366 Fahrzeuge insgesamt.

Nach BILD-Informationen werden ab September 2019 rund 222 366 Fahrzeuge vom Fahrverbot in Köln betroffen sein
Nach BILD-Informationen werden ab September 2019 rund 222 366 Fahrzeuge vom Fahrverbot in Köln betroffen seinFoto: Oliver Berg / dpa

Unklar ist hingegen, wie viele Menschen aus dem Kölner Umland mit ihren Wagen betroffen sind, die etwa zum Samstags-Shopping oder aus anderen Gründen regelmäßig nach Köln hineinfahren. Offen ist ferner, wie künftig der Lkw-Transitverkehr behandelt wird, denn die grüne Umweltzone sieht bisher Transitstrecken vor, damit z.B. der Lieferverkehr problemlos die Kölner Messe erreicht.

Auch in Bonn betreffen die beiden Streckenfahrverbote ab April 2019 ältere Benzinmotoren. „Dies betrifft auf der Straße Belderberg Dieselkraftfahrzeuge mit Euro-4/IV-Motoren und älter sowie Benziner der Klassen Euro 1 bis 3. Auf der Reuterstraße muss das Fahrverbot für Dieselkraftfahrzeuge mit Euro-5/V-Motoren und Benziner der Klassen Euro 1 und 2 erfassen“, schreibt das Verwaltungsgericht für die Situation in Bonn.

Wie viele Fahrzeuge in Bonn und wie viele Einpendler nach Bonn davon betroffen sind, ist bisher unklar. Die Stadt Bonn hat eine BILD-Anfrage bisher nicht beantwortet.