Hertha will zurück in Siegspur

Berlin –

Nach vier Bundesligaspielen ohne Sieg will Hertha BSC unbedingt zurück in die Erfolgsspur. „Wir müssen wieder die nötige Aggressivität herauskitzeln”, forderte Trainer Pal Dardai vor der Partie des Berliner Fußball-Erstligisten bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. „Wenn alle eine gute Tagesform haben, gewinnen wir in Düsseldorf, können sogar mit Bayern und Dortmund konkurrieren”, erklärte Dardai. Hertha ist mit 16 Punkten auf Rang acht abgerutscht.

Beim jüngsten 0:3 gegen RB Leipzig sei das bei „sieben, acht Spielern nicht so” gewesen, sagte Dardai: „Wenn wir schlechte Tagesform haben, muss sich der Trainerstab Gedanken machen und eine Lösung suchen.” Wie diese aussehen soll, ließ der Ungar offen. Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, der bei Bundestrainer Joachim keine Rolle mehr spielt, könnte beginnen, weil in Düsseldorf seine Standard-Qualitäten gefragt sein könnten, bemerkte der Hertha-Trainer. Vor allem „mit Einsatz” sollen die drei Punkte gesichert werden.

AUSGANGSLAGE: Hertha droht, den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren. Die Fortuna braucht nach sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg auch die drei Punkte. Ansonsten rücken für die Rheinländer als 17. die Nicht-Abstiegsplätze noch weiter weg. „Es wird darauf ankommen, dass wir Fortuna aufgrund der Tabellenlage nicht unterschätzen und unseren eigenen Spielstil durchziehen. Sofern wir wieder das abrufen, was uns zum Beispiel in den Top-Spielen gegen Bayern und Dortmund ausgezeichnet hat, bin ich überzeugt davon, dass wir das Duell erfolgreich gestalten werden”, sagte Herthas Mittelfeldspieler Arne Maier.

STATISTIK: In der Bundesliga hat Düsseldorf seit 1979 nicht mehr gegen die Hertha verloren (drei Siege, zwei Unentschieden). Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten hat die Fortuna eine so lange Positiv-Serie. Der letzte Erstliga-Sieg der Berliner in Düsseldorf liegt mehr als 41 Jahre zurück. Im April 1977 trafen die Hertha-Legenden „Ete” Beer und Karl-Heinz Granitza zum 3:2.

BESONDERES: Die beiden Mannschaften treffen erstmals seit dem Platzsturm beim Relegationsspiel im Jahr 2012 und dem anschließenden Protest der Berliner aufeinander. „Das war vor 100 Jahren, ein anderer Trainer, eine andere Hertha, eine andere Situation”, sagte Trainer Dardai. Er wolle das kommende Spiel „nicht hochjazzen” und sich „nullkommanull” mit der Relegations-Begegnung befassen.

FANSTREIT: „Umso schneller die Sache zu lösen, umso besser. Das soll kein Störfaktor in der Kabine sein”, sagte Dardai zum derzeitigen Konflikt seines Vereins mit einem Teil der eigenen Fans. „Wichtig ist, dass die Ruhe wieder zurückkehrt. Weil sportlich sind wir seit dreieinhalb Jahren erfolgreich.” Einen ersten Schritt hat es mit einem Runden Tisch gegeben, an dem auch Ultras teilnahmen. (dpa)