Es gibt nur ein Europa

09. November 2018 21:11

Orbán auf dem EVP-Kongress

Geschrieben von – BZ heute

Ohne die Nationen würde Europa seine Identität verlieren, Europa wird ein Europa der Nationen sein, oder nicht sein, erklärte Ministerpräsident Viktor Orbán auf dem Kongress der EVP in Helsinki. Er bekräftigte, dass der Fidesz geschlossen hinter der Spitzenkandidatur von Manfred Weber für das Amt des Kommissionspräsidenten steht – Weber wurde am frühen Nachmittag mit klarer Mehrheit gewählt.

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Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Mit dem EU-Beitritt der Mitteleuropäer wurde Europa friedlicher, stärker und reicher. Die Geschichte habe immer wieder gezeigt, dass es kein starkes Europa ohne erfolgreiche Nationen gibt, sagte Orbán. „Unsere Vision ist ein Europa mit 27 Gesichtern, das gleichzeitig christlich und demokratisch ist“, fügte er als Antwort auf die Visionen von Sozialisten, Grünen und Liberalen hinzu, nach denen Europa seine Wurzeln und seine geistige sowie seelische Identität verlieren würde. Orbán kritisierte die EVP, die als stärkste Parteienfamilie im Europaparlament Verantwortung daran trage, dass sie die Briten nicht in der EU und die Migranten nicht außerhalb Europas halten konnte. Mit Hinweis auf die Zahl der durch EVP-Mitglieder gestellten Regierungschefs, die seit 2011 von 16 auf 6 gesunken ist, rief er dazu auf, endlich wieder wie Sieger zu denken und zu handeln.

Orbán sprach sich für eine Renaissance der Christdemokratie aus, die Absurditäten wie Lob an Fidel Castro oder Karl Marx vergessen müsse. Bei aller Kritik bekräftigte er die Unterstützung des Fidesz für Manfred Weber, bei dem er sich dafür bedankte, im Wahlkampf Ungarn besucht zu haben. Dann erinnerte Orbán an den Mauerfall von Berlin, der sich am heutigen Freitag jährt, und erklärte: „Wir Freiheitskämpfer Mitteleuropas, das der Sowjetunion überlassen wurde, haben nie daran geglaubt, dass es zwei Europas gibt. Wir können unsere Freiheit einzig in einem wiedervereinten Europa zurückerlangen.“ Der Fidesz wurde in diesen Kämpfen für Europa geboren, und vom herausragenden Staatsmann der Volkspartei, Helmut Kohl, in die EVP eingeladen.


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