Dortmund bittet Bayern zum Schlager

Zuvor hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach dem 2:0-Sieg der Münchner in der Champions League gegen AEK Athen gesagt: „Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter zum ersten Mal seit langer Zeit.“ Zuletzt kam die Truppe von ÖFB-Star David Alaba in der Saison 2011/2012 als Verfolger zum damaligen Spitzenreiter Dortmund und musste diesem am Saisonende zur Meisterschaft gratulieren.

Vier Punkte Rückstand hat der FC Bayern derzeit, nach dem Spiel am Samstag (18.30 Uhr) könnte es nur noch einer sein – bei einer Niederlage allerdings sieben. „Wir genießen unsere Situation“, gestand Zorc, schränkte zugleich jedoch ein: „Entscheidend ist aber doch die Strecke über 34 Spieltage.“ Und Dortmunds Trainer Lucien Favre, ohnehin kein Freund lauter Töne, sagte am Donnerstag ganz sachlich: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“

“Clever angreifen, intelligent verteidigen“

Damit das am Samstagabend gelingt, fordert der Schweizer, dass „wir clever angreifen, pressen und sehr intelligent verteidigen“. Bei den Dortmundern könnte Abdou Diallo, der dem BVB beim VfL Wolfsburg (1:0) und bei der Champions-League-Niederlage gegen Atletico Madrid (0:2) wegen einer Adduktorenzerrung fehlte, in die Viererabwehrkette zurückkehren.

Dortmund-Trainer Lucien Favre

APA/AFP/dpa/Bernd Thissen

BVB-Coach Favre versucht den Ball vor dem Prestigeduell flach zu halten

Die Statistik vor dem insgesamt 99. Aufeinandertreffen in der Liga spricht jedoch für die Gäste aus München. 45 Siege fuhren die Bayern ein, dem stehen 29 Unentschieden und 24 Niederlagen gegenüber, das Torverhältnis lautet 188:119. Zudem hat der FCB nur eines der letzten acht Spiele gegen den BVB verloren (sechs Siege, ein Remis). In der letzten Saison setzten sich die Bayern in Dortmund mit 3:1 durch, daheim schossen sie den Erzrivalen mit 6:0 ab.

Dennoch können die Münchner die Anspannung vor dem Prestigeduell nicht verbergen. Trainer Niko Kovac brachte die Chancen und Risiken des Gipfeltreffens in einem einzigen Satz auf den Punkt: „Sieben Punkte wären viel, ein Punkt wäre wenig“, sagte der 47-Jährige. Zumindest den Abstand von vier Zählern mit einem Unentschieden zu wahren ist für beide Mannschaften wohl das Minimalziel. „Wir dürfen auf keinen Fall verlieren“, sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer.

Österreicher-Duell in Leipzig

Bei RB Leipzig hat Ex-Salzburg-Star Kevin Kampl für das Österreicher-Duell gegen Leverkusen (in beiden Teams stehen je drei ÖFB-Kicker) am Sonntag nach dem 1:2 bei Celtic Glasgow in der Europa League sofort auf Ligamodus umgeschaltet. „Wir haben ein Spiel verloren, mein Gott. Wir haben vorher so viele Spiele gewonnen, da muss man jetzt keine Reaktion zeigen oder so. Wir werden da weitermachen, wo wir zu Hause aufgehört haben“, sagte der Mittelfeldspieler, der mit Leipzig zuvor zehn Spiele nicht verloren hatte und sechs Partien in Serie kein Gegentor kassierte.

Doch Leverkusen kommt mit einem Erfolgserlebnis nach Sachsen, man fixierte mit dem 1:0 gegen den FC Zürich anders als RB den Einzug in die K.-o.-Runde in der Europa League vorzeitig. Auch Leipzig wäre mit einem Sieg in der Salzburg-Gruppe weiter gewesen. Mit einem Remis hätte ein Erfolg aus den letzten zwei Duellen in Salzburg und gegen Rosenborg Trondheim gereicht. „Daher ist es so ärgerlich, dass wir den Punkt nicht mitnehmen konnten“, meinte Leipzig-Coach Ralf Rangnick noch.

Zwangspause für Grillitsch

Hoffenheim-Legionär Florian Grillitsch muss im Duell mit Augsburg am Samstag nach einem Sehnenriss in der mittleren Zehe im Champions-League-Spiel in Lyon zusehen und wird rund drei Wochen ausfallen. Auch bei den Gästen war zuletzt ein Österreicher angeschlagen. Stürmer Michael Gregoritsch habe nach Problemen mit der Halswirbelsäule wieder „mit leichten Einschränkungen“ trainieren können, verriet Augsburg-Coach Manuel Baum.

Die zweitplatzierten Gladbacher sind bei Werder Bremen mit dem Österreicher-Trio Florian Kainz, Martin Harnik und Marco Friedl zu Gast und könnten mit einem Sieg bei gleichzeitiger Heimniederlage von Dortmund wie die Bayern bis auf einen Punkt an Leader BVB herankommen.

Deutsche Bundesliga, elfte Runde

Hannover Wolfsburg 2:1
Nürnberg Stuttgart 0:2
Düsseldorf Hertha BSC 4:1
Freiburg Mainz 1:3
Hoffenheim Augsburg 2:1
Bremen Mönchengladbach 1:3
Dortmund Bayern München 18.30 Uhr
Leipzig Leverkusen 15.30 Uhr
Frankfurt Schalke 04 18.00 Uhr