Brief an Mitglieder: Hoeneß gesteht eigene Fehler ein

Einige Anhänger des FC Bayern haben nach der denkwürdigen Wut-Pressekonferenz der Klub-Bosse offenbar ihre Mitgliedschaft gekündigt. Nun haben sie Post von Uli Hoeneß bekommen.

Die Medienschelte von Bayern Münchens Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge und Vereinspräsident Uli Hoeneß vor drei Wochen hat nicht nur extern für große Kritik gesorgt. Offenbar haben auch einige Anhänger Konsequenzen gezogen.

Hoeneß: “Wollten Spieler und Trainer schützen”

In einem Schreiben, adressiert an einige kürzlich ausgetretene Mitglieder des deutschen Fußball-Rekordmeisters, bedauert Hoeneß nun die eigene Wortwahl und versucht, sie vorsichtig doch noch von einer Kündigung abzubringen.

“Bild” hatte zuerst über den Brief berichtet und zitiert Hoeneß mit den Worten: “Die Intention der Pressekonferenz war es, unsere Spieler und unseren Trainer vor unserer Meinung nach unfairen Angriffen durch die Medien zu schützen. Mit ein wenig Distanz betrachtet, sind dort auch Formulierungen gefallen, die wir so heute nicht mehr verwenden würden.”

Bei dem denkwürdigen Auftritt an der Säbener Straße hatten die Klub-Bosse scharfe Kritik an der Berichterstattung über den FC Bayern geübt. Dabei erinnerten sie unter anderem an Artikel 1 des Grundgesetzes (“Die Würde des Menschen ist unantastbar”). Kurze Zeit später polterte Klub-Präsident Hoeneß aber über Ex-Spieler Juan Bernat: “Er hat einen Scheißdreck gespielt”.

Hoeneß hofft auf Rückkehr ausgetretener Mitglieder

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich besonders Hoeneß einsichtig gezeigt und eigene Fehler eingestanden. Über seine Beleidigung gegen Bernat sagte er: “Es hat mir sehr leidgetan, Juan Bernat beleidigt zu haben, seine Spielweise, das würde ich so nicht mehr machen”, sagte der Weltmeister von 1974 nach Münchens 2:0-Erfolg in der Champions League gegen AEK Athen.

Auch ordnete er den Appell auf Basis des Grundgesetzes im Nachhinein als übertrieben ein. Trotzdem betonte er: “Im Wesentlichen würde ich es wieder so machen.”

Seinen Brief schließt Hoeneß mit der Hoffnung, “dass es uns gelingt, Ihnen vor allem durch sportlich überzeugende Leistungen unserer Mannschaft wieder Lust auf unseren Klub zu vermitteln”. Ein entsprechender Sinneswandel bei den verprellten Mitgliedern “wäre eine tolle Sache”.

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